Durch den Abgasskandal haben viele Besitzer und Fahrer das Vertrauen in das Diesel-Fahrzeug verloren. Durch die bereits durchgesetzten Fahrverbote in einigen Städten müssen Sie als Diesel-Fahrer zusätzlich mit erheblichen Verlusten beim Verkauf rechnen.

Die Gründe für den Wertverlust bei Diesel-Fahrzeugen

Seit dem Abgasskandal haben viele das Vertrauen in ein Diesel-Fahrzeug verloren. Statt eines umweltfreundlichen Autos, wurden Ihnen als Käufer ein Fahrzeug mit Manipulationssoftware verkauft. Hierdurch haben Diesel-Fahrzeuge an Attraktivität verloren. 

Die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts im Jahre 2018 im Hinblick auf Diesel-Fahrverbot in Deutschland, spielt zudem ebenfalls eine Rolle für den Wertverlust des Diesel-Fahrzeuges. In einigen Städten wurde dieses Fahrverbot bereits umgesetzt, was bei einem Wiederverkauf des Diesel-Fahrzeuges einen erheblichen Wertverlust nach sich zieht. Wer kauft schon ein Fahrzeug, bei dem er befürchten muss, dass er dieses nicht  mehr nutzen kann? 

Welche Fahrzeuge sind betroffen? 

Die nachfolgenden Modelle sind vom Abgasskandal und somit auch vom Diesel-Wertverlust betroffen: 

Wie kann der Wertverlust berechnet werden? 

Wie hoch der Wertverlust für Ihr Diesel-Fahrzeug tatsächlich ist, kann in der Regel nur geschätzt werden. Dies hängt zum Teil auch von dem Fahrzeugtyp ab. Einige Diesel-Fahrer mussten beim Verkauf Ihres Diesel-Fahrzeuges einen Wertverlust zwischen 10 und 30 Prozent hinnehmen. Teilweise war das Diesel-Fahrzeug sogar unverkäuflich.

Wird der Wertverlust durch ein Softwareupdate minimiert? 

Ein Softwareupdate minimiert den Wertverlust der Diesel-Fahrzeuge nicht wirklich. Kaum einer möchte ein Fahrzeug kaufen, bei dem ein Softwareupdate erforderlich ist. Hinzu kommt, dass nicht klar ist, welche Folgen dieses Update nach sich zieht. 

Bei den VW Fahrzeugen hat sich bereits gezeigt, dass das ein VW-Softwareupdate erhebliche Probleme mit sich bringt. Häufig zeigten sich negative Auswirkungen wie z. B. erhöhter Kraftstoffverbrauch, Leistungsverlust, Versottung der Filter oder Motorschäden. Für diese möglicherweise eintretenden Folgen will der Hersteller jedoch keine Garantie übernehmen. 

Der Wertverlust bei Leasing-Fahrzeugen

Leasing stellt eine Form der Miete dar. Sie als Leasingnehmer können das Fahrzeug für eine bestimmte Zeit nutzen und zahlen hierfür dann entsprechende Leasingraten. Der Leasinggeber bleibt weiterhin Eigentümer des Fahrzeuges und erhält nach Ablauf der Leasingzeit das Fahrzeug wieder zurück. 

Der Leasinggeber hat somit das Risiko, dass das Fahrzeug einen Wertverlust erleidet. Gerade dieses Risiko will der Leasinggeber natürlich auf Sie als Leasingnehmer übertragen, nämlich durch das Restwert-Leasing. 

Welche Bedeutung hat das Restwert-Leasing beim Diesel-Wertverlust?

Durch das Restwert-Leasing vereinbart der Leasinggeber mit Ihnen einen bestimmten Restwert, den das Fahrzeug am Ende der Laufzeit haben soll. Liegt der tatsächliche Wert des Fahrzeuges unter diesem Restwert, dann müssen Sie nachzahlen.

Durch den Abgasskandal und die Fahrverbote, haben Diesel-Fahrzeuge auf dem Gebrauchtwagenmarkt an Attraktivität verloren. Die Preise für einen Gebrauchtwagen sind somit erheblich gesunken. Da sich der Restwert des Fahrzeuges jedoch auch nach dem Wiederverkaufswert richtet, müssen Sie als Betroffener daher vermutlich eine Nachzahlung leisten, da Ihr Fahrzeug unterhalb des vereinbarten Restwert-Betrages liegt. 

Wie kann man gegen eine Restwert-Nachzahlung vorgehen?

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, gegen eine hohe Restwert-Nachzahlung vorzugehen. So können Sie beispielsweise den angegebenen Marktwert anzweifeln oder aber auch Beratungsfehler beim Abschluss des Leasing-Vertrages nachweisen. Zudem könnten Sie auch den Autokredit widerrufen, sofern Sie Formfehler im Vertrag finden. 

All diese Möglichkeiten hängen jedoch stark vom Einzelfall ab. Sie sollten sich daher vorab ggf. durch einen Rechtsanwalt beraten lassen. 

Entschädigung für den Wertverlust 

Keinesfalls sollten Sie davon ausgehen, dass der Hersteller Ihres Diesel-Fahrzeuges Ihnen freiwillig eine Entschädigung zahlt. Obwohl die Hersteller Sie betrogen haben, setzen die meisten darauf, dass die Ansprüche einfach verjähren und somit nicht mehr geltend gemacht werden können. Damit Sie für den Wertverlust entschädigt werden, müssen Sie daher selbst rechtliche Schritte in die Wege leiten

Wie können Sie sich gegen den Hersteller wehren? 

Sie als Diesel-Käufer haben mehrere Möglichkeiten, um gegen den Hersteller vorzugehen und sich so gegen den Wertverlust des Fahrzeuges zur Wehr zu setzen:

  • Der Widerrufsjoker

Sollten Sie Ihr Fahrzeug finanziert haben, dann können Sie vom Widerrufsjoker Gebrauch machen. Hierbei ist es unerheblich, ob Ihr Fahrzeug mit einer Manipulationssoftware ausgestattet wurde. Denn hier spielt lediglich eine Rolle, dass die in den Kreditverträgen enthaltenen Widerrufsinformationen nicht den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, oder aber die Pflichtangaben fehlerhaft sind.

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Hierdurch ist die Widerrufsfrist für Ihren Kreditvertrag nie zu laufen angefangen und Sie können den geschlossenen Kreditvertrag somit rückabwickeln. Sie erhalten dann die gezahlten Raten zurück, müssen dann aber das Fahrzeug zurückgeben.

Grundsätzlich verjährt der Widerrufsjoker nicht. Jedoch kann es sein, dass Ihr Recht auf Widerruf irgendwann verwirkt ist. Wann dies der Fall ist, ist jedoch noch nicht geklärt. In der Regel kann man jedoch davon ausgehen, dass das Recht auf Widerruf nicht vor Ablauf der normalen Verjährungsfrist verwirkt. Diese beginnt mit Zahlung der letzten Rate und endet nach drei Jahren zum Jahresende.

  • Schadensersatz

Wenn Sie Ihr Fahrzeug nicht finanziert haben, können Sie auch Schadensersatz gegenüber dem Hersteller geltend machen. Dies können Sie im Wege einer Klage geltend machen.

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