Eine Fahrt mit dem Auto unter Alkoholeinfluss ist verboten. Die rechtlichen Konsequenzen einer Alkoholfahrt reichen von der Verhängung eines Bußgeldes über Punkte in Flensburg bis zu einem Entzug der Fahrerlaubnis oder sogar bis zu einer Haftstrafe. Die jeweilige Strafe ist abhängig von verschiedenen Faktoren.

Ordnungswidrigkeit oder Straftat: Auf die Umstände kommt es an

Alkohol am Steuer kann genau wie Drogen am Steuer sowohl eine Ordnungswidrigkeit nach § 24a StVG als auch eine Straftat nach § 316 StGB sein. Entscheidend dafür ist in erster Linie der festgestellte Promillewert des Fahrers. Die bekannteste Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille. Ab diesem Wert liegt auch ohne auffälliges Fahrverhalten ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung vor.

Zwischen 0,5 und 1,09 Promille handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Ab 1,1 Promille liegt eine Straftat vor. Neben dem Promillewert spielt auch eine Rolle, ob es sich um einen wiederholten Verstoß handelt.

Hinweis: Die Tabellenwerte sind Richtwerte

Die oben genannten Tabellenwerte sind Richtwerte und dienen als Grundlage für die richterliche Entscheidung. Ausgehend von den individuellen Umständen der Alkoholfahrt können die Behörden auch von den Vorgaben abweichen.

Wie hoch sind die Geldstrafen ab 1,1 Promille?

Während der Bußgeldkatalog als Richtwerte die Geldstrafen bei Ordnungswidrigkeiten angibt, werden diese bei der Erfüllung eines Straftatbestandes ab 1,1 Promille Alkoholkonzentration individuell durch das Gericht festgesetzt. § 316 StGB sieht eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe vor.

Dies bedeutet, dass Ihre Geldstrafe bis zu 365 Tagessätze betragen kann. Ein Tagessatz richtet sich jeweils nach den wirtschaftlichen Verhältnissen und beträgt in der Regel etwa den 30. Teil des monatlichen Nettogehaltes. Wie viele Tagessätze verhängt werden ist unter anderem abhängig von

  • eventuellen Vorstrafen
  • bereits begangenen Ordnungswidrigkeiten
  • dem gezeigten Fahrverhalten bei der Alkoholfahrt
  • sowie dem besonderen Gefährdungspotential (Fahrstrecke, Mitfahrer, Geschwindigkeit).

Was ist der Unterschied zwischen Fahrverbot und Entzug der Fahrerlaubnis?

Bei einem Fahrverbot handelt es sich um ein zeitlich befristetes Verbot Fahrzeuge führen zu dürfen. Der Führerschein bleibt Ihnen in diesem Fall erhalten, aber Sie müssen ihn für die Dauer des Verbotes bei der Polizei in Verwahrung geben. Nach dem Fahrverbot, das zwischen einem und drei Monaten andauern kann, erhalten Sie das Dokument zurück und dürfen wieder Fahrzeuge führen.

Ein Entzug der Fahrerlaubnis dagegen bedeutet, dass Ihnen die Fahrerlaubnis komplett entzogen wird. Der Führerschein wird eingezogen und vernichtet. Erst nach Ablauf der genannten Sperrfrist kann die Fahrerlaubnis neu beantragt werden. Hier kann als Auflage eine MPU, eine medizinisch-psychologische Untersuchung, verhängt werden.

Was ist eine MPU?

Ab einem Promillewert von 1,6 wird zur Wiedererlangung der Fahrerlaubnis grundsätzlich eine MPU als Auflage verlangt. Aber auch bei Wiederholungstaten oder besonders schwerwiegenden Verstößen wird eine MPU angeordnet. Die medizinisch-psychologische Untersuchung soll bei der Neubeantragung der Fahrerlaubnis nach der verhängten Sperrfrist herausfinden, ob Sie wieder zum Führen eines Fahrzeuges geeignet sind.

In unterschiedlichen Tests werden die medizinischen Faktoren wie die Konzentrations- und Reaktionsgeschwindigkeit getestet. Eine körperliche Untersuchung mit Blut- und Urintest und ein psychologisches Gespräch sind ebenfalls ein fester Bestandteil des MPU Ablaufes.

Tipp: Bereiten Sie sich gut vor

Die MPU ist eine sehr umfassende Untersuchung, die Ihnen ganz bewusst auf den Zahn fühlen möchte. Bereiten Sie sich ausreichend darauf vor. Es gibt spezielle Vorbereitungskurse und Bücher, die Ihnen dabei helfen können.

Sonderfall: Alkohol am Steuer zwischen 0,0 und 0,5 Promille

Wie beschrieben ist eine Fahrt unter Alkoholeinfluss ab 0,5 Promille in jedem Fall eine Ordnungswidrigkeit, unabhängig vom Fahrverhalten. Anders sieht dies zwischen 0,3 und 0,5 Promille aus. Eine Autofahrt in diesem Bereich ist zwar nicht grundsätzlich verboten, kann aber dennoch Konsequenzen nach sich ziehen.

Entscheidend ist hierbei die relative Fahrtüchtigkeit. Diese muss bei jeder Autofahrt vorliegen und kann bereits ab 0,3 Promille verloren sein. Dies ist dann der Fall, wenn bei der Autofahrt alkoholbedingte Ausfallerscheinungen beobachtet werden können. Zum Beispiel durch

  • das Fahren von Schlangenlinien
  • unsicheres Fahren
  • das Touchieren von Gegenständen beim Ausparken
  • das Übersehen oder Nichtbeachten von Verkehrszeichen
  • oder das Verursachen eines Unfalls.

In diesen Fällen kann trotz der Unterschreitung der in § 24a StVG genannten Promillegrenze von 0,5 eine Strafe verhängt werden. Bei einem Unfall wird zudem in aller Regel eine Teilschuld angenommen. Selbst dann, wenn der Unfallgegner mit seinem Fahrverhalten die Hauptschuld am Unfall trägt.

Hinweis: 0,3 Promille sind schnell erreicht

Die Alkoholkonzentration im Körper ist abhängig von der physischen Konstitution, von Größe und Gewicht sowie von den Begleitumständen wie Essen, Bewegung und Zeit. Ein durchschnittlicher Mann mit einem Körpergewicht von 80 kg hat nach dem Trinken eines Bieres mit 0,5 Liter in etwa eine Blutalkoholkonzentration von 0,35 Promille. Eine Frau mit 65 kg Körpergewicht erreicht mit einem Glas Wein mit 0,25 Liter bis zu 0,5 Promille.

Welche Promillegrenze gilt in der Probezeit?

Während Sie noch unter der Probezeit des Führerscheins stehen, gilt die besondere Null-Promille-Grenze. Sie dürfen also keinerlei Alkohol konsumieren, wenn Sie ein Fahrzeug führen. Diese Grenze gibt es seit dem 01.07.2007 durch gesetzliche Neuerung. Neben Fahranfängern in der Probezeit gilt die Null-Promille-Grenze auch grundsätzlich für Führerscheinbesitzer bis zum Alter von 21 Jahren.

Bereits ab einem Alkoholgehalt von 0,1 Promille liegt in diesen Fällen eine Ordnungswidrigkeit vor. Die Strafen beginnen mit einem Punkt in Flensburg und 250 EUR Geldstrafe und steigen mit dem vorliegenden Promillewert weiter an. In der Regel wird bei Verstößen direkt als Auflage die Teilnahme an einem Aufbauseminar für junge Verkehrssünder verlangt.

Alkohol am Steuer und ein Verkehrsunfall

Verursachen Sie unter Alkoholeinfluss einen Verkehrsunfall, wird in aller Regel eine Straftat begangen. Welcher Straftatbestand vorliegt, ist abhängig von den Unfallfolgen. Häufig ist mindestens einer der folgenden Straftatbestände erfüllt:

Neben einer Geldstrafe ist bei diesen Straftatbeständen auch die Verhängung von Freiheitsstrafen möglich. Die Freiheitsstrafe bei fahrlässiger Körperverletzung beträgt bis zu drei Jahre. Bei einer Gefährdung des Straßenverkehrs und bei fahrlässiger Tötung bis zu fünf Jahre.

Insbesondere bei Verkehrsunfällen mit Personenschäden ist es auch nicht unüblich, dass Richter Freiheitsstrafen verhängen. Diese werden zwar häufig zur Bewährung ausgesetzt, neben der Verhängung einer empfindlichen Geldstrafe gelten Sie damit jedoch als vorbestraft mit allen damit verbundenen Konsequenzen.

Neben den strafrechtlichen Konsequenzen kann der Unfallgegner auch zivilrechtlich gegen Sie vorgehen. Hier geht es meist um Schmerzensgeld oder Schadensersatzansprüche. Daneben kann auch Ihre Autoversicherung mit Regressforderungen auf Sie zukommen, da Sie fahrlässig gehandelt haben.

Der Bußgeldbescheid: Einspruch einlegen kann sich lohnen

Wenn Sie mit Alkohol am Steuer unterwegs waren und erwischt wurden, wird es je nach Schwere des Vergehens entweder tatsächlich zu einem offenen Gerichtsverfahren oder zu einem Erlass eines Bußgeldbescheides kommen. Gibt es kein Strafverfahren, wird Ihnen schriftlich ein Bußgeldbescheid zugestellt und Sie erhalten die Möglichkeit Einspruch einzulegen.

In vielen Fällen lohnt sich das Einlegen eines Einspruchs. Auf diesem Weg kann die Strafe unter Umständen abgemildert werden oder individuelle Faktoren wie die berufliche Notwendigkeit des Führerscheines können berücksichtigt werden.

Tipp: Lassen Sie sich anwaltlich beraten

Ein Rechtsanwalt kann Sie umfassend beraten, ob das Einlegen eines Einspruches sinnvoll ist. Er kann Akteneinsicht beantragen und den Einspruch für Sie formulieren.

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