Die Strafen bei Handy am Steuer sind deutlich erhöht worden. Eine Staffelung mit Gefährdung oder mit Unfallverursachung ist hinzugekommen. Erfahren Sie mehr über negative Folgen bei der Handynutzung am Steuer sowie den damit verbundenen Bußgeldbescheid einschließlich der Möglichkeit des Einspruchs.

Unerlaubte Handynutzung am Steuer

Nutzen Sie während der Fahrt das Handy zum Telefonieren oder um WhatsApp oder SMS zu schreiben, geht dies nachweislich zu Lasten der Aufmerksamkeit für den Straßenverkehr. Die Folge sind eine reduzierte Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit. Immerhin legen Sie bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h beim Blick von einer Sekunde auf das Display des Handys 15 Meter zurück.

Berechnung des Reaktionswegs beim Autofahren

 

Der Gesetzgeber verbietet im Sinne der allgemeinen Verkehrssicherheit die Nutzung und Bedienung von Mobiltelefonen und verschiedenen anderen Geräten während der Fahrt. Dies gilt ebenfalls beim Stillstand des Fahrzeugs innerhalb des vorübergehend ruhenden Verkehrs wie beispielsweise im Stau oder an roten Ampeln.

Wann dürfen Sie ein Handy am Steuer nicht nutzen?

Gehen Sie davon aus, dass die Bedienung und Nutzung des Handys am Steuer grundsätzlich verboten ist. Das gilt für alle mobilen Endgeräte mit Kommunikations-, Informations- und Unterhaltungsfunktion sowie Navigationsgeräte. All diese praktischen Helfer dürfen während der Fahrt oder bei laufendem Motor nicht bedient werden.

Dazu zählen

  • Mobiltelefone ohne Freisprecheinrichtung
  • Touchscreens
  • alle mobilen Computer wie Notepads und Notebooks
  • Navigationsgeräte
  • Abspielgeräte mit Video- und Audiofunktion
  • Videobrillen ohne Sichtfeldprojektion

Erlaubte Handynutzung am Steuer

Viele nutzen ihr Smartphone als Navigationsgerät und sind der Meinung, diese Form der Bedienung ist legitim. Diese Aussage ist jedoch nur zum Teil gültig. Denn für die gesetzeskonforme Nutzung muss das Handy in einer Halterung befestigt werden. In diesem Fall dürfen Sie es zwar nutzen, aber nur unter bestimmten Voraussetzungen bedienen.

Ausnahmen laut § 23 Abs. 1a StVO zur Bedienung und Nutzung elektronischer Geräte am Steuer:

  • Nutzen Sie eine Halterung, nehmen das Gerät nicht in die Hand und halten es auch nicht.
  • Verwenden Sie eine Sprachsteuerung und eine Vorlesefunktion.
  • Sie wenden den Blick der Verkehrs- und Straßensituation angepasst nur dann für eine sehr kurze Zeitdauer auf das Display, die zum Erhalt von Informationen erforderlich oder die nötig ist, um das in der Halterung befindliche Gerät mit einem kurzen Tippen auf das Display zu bedienen. Dies gilt keinesfalls für das Schreiben von Nachrichten!
  • Sie nutzen einen Bildschirm für eine Fahraufgabe wie Einparken oder Rückwärtsfahren und bewegen das Fahrzeug dabei im Schritttempo.
  • Ersetzt ein elektronisches Gerät die gesetzlich vorgeschriebenen Fahrzeugspiegel, dürfen Sie es benutzen.
  • Die Benutzung eines BOS-Funkgeräts ist erlaubt, sofern sich nur der Fahrer ohne weitere Personen im Fahrzeug befindet. In dieser Situation darf das Funkgerät in die Hand genommen werden.

Alle anderen Aktivitäten sind verboten. Sie dürfen das Handy am Steuer und andere Kommunikationsgeräte nicht dazu nutzen, irgendetwas über die Tastatur einzutippen oder ohne Freisprechanlage zu telefonieren.

Telefonieren Sie mit Kopfhörern, muss das Gerät das Gespräch automatisch annehmen und sich in einer Halterung befinden. Denn alleine das Tippen auf den Button für die Gesprächsannahme oder das Abweisen eines Anrufs gilt als unerlaubte Nutzung.

Dies gilt ebenfalls für das Navigationsgerät. Die Eingabe eines neuen Ziels während der Fahrt ist verboten, da diese Aktivität eine zu lang andauernde Abwendung des Blicks vom Straßenverkehr erfordert.

Achtung: Handy auch bei roter Ampel tabu

Halten Sie an einer roten Ampel und Ihr Auto verfügt über eine automatische Abschalt- und Startfunktion, dürfen Sie die angeführten Geräte trotz ausgeschaltetem Motor nicht bedienen. Laut Gesetz handelt es sich nicht um eine Motorabschaltung im klassischen Sinn.

Strafen für die Handynutzung am Steuer

Die Strafen für die Handynutzung am Steuer wurden mit der ab Oktober 2017 gültigen Reformierung des Gesetzes drastisch erhöht. Die Mindeststrafe für das reine Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung und alle anderen mit der Handynutzung verbundenen Aktivitäten sind 1 Punkt in Flensburg und 100 EUR Bußgeld. Kommen noch weitere Kriterien wie Gefährdung oder Unfallverursachung hinzu, erhöht sich die Strafe entsprechend.

Diese Konsequenzen gelten für alle nachgewiesenen und verbotenen Aktivitäten mit dem Handy. Nicht nur das Telefonieren mit dem Handy ohne Freisprechanlage unterliegt einem Bußgeld. Die Regelung gilt für alle Formen der Handynutzung, die nicht ausdrücklich erlaubt sind. Ein kurzer Blick auf das Display, wofür Sie das Telefon in die Hand nehmen, reicht bereits aus, um mit einem Bußgeld belegt zu werden. Radfahrer sind davon nicht ausgenommen und erhalten ebenfalls einen Bußgeldbescheid.

Hängt die Strafe für das Handy am Steuer von der Situation ab?

Die im Bußgeldkatalog hinterlegten Konsequenzen für das Fehlverhalten gelten, sobald Sie das Fahrzeug im öffentlichen Verkehrsraum bewegen und das Handy am Steuer benutzen. Beim Warten vor roten Ampeln oder geschlossenen Bahnübergängen müssen Sie auf die Handynutzung verzichten, auch wenn sich der Motor durch eine Start-Stopp-Automatik selbst abgeschaltet hat.

Sind Sie auf der Autobahn unterwegs, dürfen Sie keinesfalls den Standstreifen benutzen, um zum Telefonieren stehen zu bleiben. Im Stau ist das Handy am Steuer ebenfalls verboten. Halten Sie sich nicht daran, wird unter bestimmten Voraussetzungen aus der normalen Ordnungswidrigkeit eine schwere Ordnungswidrigkeit mit Gefährdung.

In privaten Zufahrten oder auf entsprechenden Flächen darf das Handy ausschließlich bei ausgeschaltetem Motor genutzt werden. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie sich in diesen Bereichen aufhalten dürfen. In all diesen Situationen kommen die im Bußgeldkatalog hinterlegten Bußgelder und Konsequenzen zum Tragen.

Zeigen Sie sich als Wiederholungstäter und werden mehrfach mit dem Handy am Steuer erwischt, begehen Sie eine grobe oder beharrliche Pflichtverletzung. In diesem Fall kann der Gesetzgeber bis zu drei Monaten Fahrverbot verhängen.

Strafen bei Handy am Steuer während der Probezeit?

Besonders brisant ist die Situation während der Probezeit von Fahranfängern. Werden Sie von der Polizei mit dem Handy in der Hand im öffentlichen Verkehrsraum ertappt, hat dies unter Umständen besonders weitreichende Konsequenzen.

Für Fahranfänger gibt es zwei Formen von Verstößen:

  • A-Verstöße sind schwere Ordnungsdelikte
  • B-Verstöße sind leichtere Ordnungsdelikte ab einem Bußgeld von 40 Euro

Grundsätzlich handelt es sich bei Fahranfängern mit Handy am Steuer um einen B-Verstoß; also eine leichtere Ordnungswidrigkeit. Wie alle anderen Autofahrer erhält der Fahranfänger einen Bußgeldbescheid über 100 EUR und 1 Punkt in Flensburg. Vorausgesetzt, er musste sich bisher für keine Ordnungswidrigkeit im Sinne eines A- oder B-Verstoßes verantworten.

Wurde bereits eine leichte oder schwere Ordnungswidrigkeit begangen, fallen die Konsequenzen für die Handynutzung am Steuer wesentlich härter aus und das Fehlverhalten wird zum besonders schweren Ordnungsdelikt. Nun verlängert sich die Probezeit um weitere zwei Jahre und der Fahranfänger muss ein Aufbauseminar besuchen.

Noch drastischer sind die Folgen, wenn Fahranfänger bereits einmal mit dem Handy am Steuer ertappt wurden. Denn beim zweiten Mal kommt der Vorwurf der Beharrlichkeit ins Spiel. Dies bringt zusätzlich ein Fahrverbot mit sich. Nun befindet sich der Fahranfänger während der verlängerten Probezeit in einer kritischen Situation. Denn begeht er nun eine einzige schwere Ordnungswidrigkeit (A-Verstoß) oder wird nochmals mit dem Handy am Steuer erwischt, wird die Fahrerlaubnis dauerhaft entzogen.

Handy am Steuer im Ausland – mit welcher Strafe ist zu rechnen?

Das Verbot des Handys am Steuer hat sich einstweilen in allen europäischen Ländern durchgesetzt. Sogar Schweden hat 2018 als letztes europäisches Land ein Handyverbot erlassen. Im Prinzip sind im europäischen Ausland die gleichen Aktivitäten am Handy untersagt wie in Deutschland. Auf jeden Fall sollten Sie sich auf keine Experimente einlassen.

Wie Sie sehen, liegen die Kosten für das Handy am Steuer in vielen Ländern Europas deutlich über den Bußgeldern in Deutschland. Vor allem gehen die ausländischen Behörden zum Teil gegen Verkehrssünder, die ihr Handy am Steuer nutzen, wesentlich drastischer vor.

Begleichen Sie die Kosten im Falle der Ordnungswidrigkeit wenn möglich umgehend vor Ort. Denn die Kosten werden auf jeden Fall vollstreckt, wodurch sich das Bußgeld erheblich um die Kosten der Vollstreckung erhöht.

Wann verjährt der Punkt in Flensburg?

Mit der Reform der Verkehrssünderdatei in Flensburg im Jahr 2014 kam es im Fahreignungsregister (FAER) zu mehreren Änderungen. Dazu zählt, dass sich die Zeitspanne bis zum Erlöschen der eingetragenen Punkte bei neuerlichen Verstößen nicht mehr verlängert. Zum aktuellen Zeitpunkt handelt es sich um starre Fristen von zweieinhalb, fünf oder zehn Jahren.

Bei der Ordnungswidrigkeit erhalten Sie 1 Punkt, der für zweieinhalb Jahre in der Datei gespeichert wird. Nach Ablauf dieser Frist wird das Ereignis jedoch nicht endgültig gelöscht. Erst nach einer Sperrfrist, der sogenannten Überliegefrist, erfolgt die endgültige Löschung aus der Datei. Innerhalb dieser Sperrfrist sind die gespeicherten Einträge in bestimmten Situationen noch wirksam.

Mit dieser Vorgehensweise soll der Zeitrahmen zwischen Verkehrsdelikt und Übermittlung des Bußgeldbescheides abgedeckt werden. Denn es passiert immer wieder, dass vor allem notorischen Verkehrssündern die Fahrerlaubnis nicht entzogen werden könnte, da im Zeitraum zwischen Verkehrsdelikt und Ausstellung des Bußgeldbescheids Punkte gelöscht werden. Diese Sperrfrist verhindert das.

Im Falle von mehreren Ordnungswidrigkeiten mit Eintrag in das FAER beeinflussen sich diese nicht gegenseitig. Jeder Eintrag wird gesondert betrachtet und wirkt sich nicht auf die Speicherdauer der anderen Punkte aus. Nur die Summe der Punkte erhält eine Bedeutung.

Handy am Steuer mit Gefährdung und Unfallfolge

Besonders heikel und wesentlich teurer wird es, wenn mit der Handynutzung eine Gefährdung verbunden ist oder Sie einen Unfall verursachen. Denn in diesen Fällen ist ein Fahrverbot sicher. Um eine Gefährdung handelt es sich immer dann, wenn durch ein Verhalten andere Personen, Tiere oder Sachen zu Schaden kommen können. Dabei reicht bereits die Möglichkeit aus, dass ein Schaden entstehen könnte.

Wann besteht eine nachweisbare Gefährdung durch das Handy am Steuer?

Eine nachweisbare Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch das Handy am Steuer ist beispielsweise gegeben, wenn Sie durch das Abwenden des Blicks vom Straßenverkehr das Fahrzeug korrigieren müssen und dadurch Schlangenlinien fahren.

Ein abruptes Abbremsen, das durch die eingeschränkte Aufmerksamkeit erforderlich ist, wäre ebenfalls eine Gefährdung. In diesem Fall droht zusätzlich zum Bußgeld noch mindestens ein Monat Fahrverbot. Im Wiederholungsfall drohen sogar bis zu drei Monaten Fahrverbot.

Im Straßenverkehr wird immer dann von einer Gefährdung ausgegangen, wenn mit hoher Sicherheit absehbar ist, dass Ihr Verhalten einen Schaden nach sich ziehen kann.

Welche Konsequenzen hat ein Unfall wegen Handynutzung am Steuer?

Verursachen Sie mit dem Handy am Steuer einen Unfall, hat das weitreichende Konsequenzen, sofern das Fehlverhalten nachgewiesen wird. Im ersten Schritt erhalten Sie

  • ein entsprechend hohes Bußgeld
  • 2 Punkte in Flensburg
  • und ein Fahrverbot von einem Monat.

Dies ist jedoch noch nicht alles.

Abhängig von der individuellen Situation kommt zusätzlich eine Gefährdung des Straßenverkehrs durch die Handynutzung hinzu. Dies wirkt sich bei Verletzten in Form einer fahrlässigen Körperverletzung aus. Handelt es sich um einen Unfall mit Todesfolge für andere Beteiligte, wird daraus eine fahrlässige Tötung.

Steht der Nachweis fest, dass das Handy benutzt wird, erhält der Unfallverursacher eine Teilschuld. Auch dann, wenn ihm beispielsweise die Vorfahrt genommen wurde. Ergänzend drohen weitere Maßnahmen durch Ihre Haftpflichtversicherung, die in Regress geht und die Haftungsansprüche der geschädigten Unfallbeteiligten bei Ihnen geltend macht.

Polizeikontrollen mit Handy am Steuer

Die Kontrolle der Handynutzung während der Fahrt erfolgt entweder zielgerichtet im Rahmen geplanter Verkehrssicherheitsaktionen oder durch eine zufällige Verkehrskontrolle. Dies gilt sowohl für Auto- wie für Radfahrer.

Wie identifiziert die Polizei Verkehrsverstöße?

Dabei handelt es sich vorwiegend um reine Sichtkontrollen, während derer sich die Beamten so positionieren, dass Sie von den Autofahrern nicht wahrgenommen werden. Aber auch ein vorbeifahrendes oder an einer Straßenkreuzung entgegenkommendes Polizeifahrzeug kann Sie im Verdachtsfall stoppen und entsprechend kontrollieren.

Eine weitere Möglichkeit ist die Geschwindigkeitsmessung mittels Radar, die Sie bei dieser Ordnungswidrigkeit ertappt.

Welche Strafen haben Geschwindigkeitsüberschreitungen mit Handy am Steuer?

Sie wurden wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt und halten, auf dem Foto deutlich erkennbar, das Handy am Ohr oder in der Hand? In diesem Fall begeht die gleiche Person zum gleichen Zeitpunkt an einem Ort zwei Ordnungswidrigkeiten und es handelt sich um eine Tateinheit. Wichtig ist die Abgrenzung der Tateinheit zur Tatmehrheit. Denn eine Tatmehrheit ist eine Ansammlung mehrerer nicht miteinander im Zusammenhang stehenden Ordnungswidrigkeiten.

Werden Sie beispielsweise mit dem Handy am Ohr geblitzt, handelt es sich um eine Tateinheit. Wird zuerst die Geschwindigkeitsüberschreitung durch ein stationäres Radar gemessen und 200 Meter später hält Sie die Polizei wegen Handy am Steuer auf, liegt eine Tatmehrheit vor.

  • Tateinheit: Konsequenz orientiert sich an der Ordnungswidrigkeit mit dem höheren Bußgeld.
  • Tatmehrheit: Jede Ordnungswidrigkeit wird unabhängig von der anderen bewertet.

Beispiel 1: Handy am Steuer als höher bewertete Ordnungswidrigkeit

Sie fahren innerhalb einer Ortschaft um 16 km/h zu schnell und werden dabei geblitzt. Auf dem Foto ist deutlich das Handy am Ohr sichtbar.

  • Bußgeld Geschwindigkeitsüberschreitung: 30 EUR – 50 %
  • Bußgeld Handy am Steuer: 100 EUR – 100 %
  • Bußgeldbescheid ohne Gebühren: 115 EUR
  • Zusätzliche Konsequenz: 1 Punkt in Flensburg

Bei einer Tateinheit setzt sich das Bußgeld aus dem vollen Betrag für die höher bewertete Ordnungswidrigkeit zuzüglich 50 % der niedriger bewerteten Ordnungswidrigkeit zusammen. Alle zusätzlichen Konsequenzen wie Punkte in Flensburg oder Fahrverbote bleiben davon unbeeinflusst und kommen immer zur Anwendung.

Beispiel 2: Handy am Steuer als niedriger bewertete Ordnungswidrigkeit

Sie sind innerhalb der Ortschaft um 35 km/h zu schnell und telefonieren, während Sie geblitzt werden.

  • Bußgeld Geschwindigkeitsüberschreitung: 160 EUR – 100 %
  • Bußgeld Handy am Steuer: 100 EUR – 50 %
  • Bußgeldbescheid ohne Gebühren: 210 EUR
  • Zusätzliche Konsequenz: 1 Monat Fahrverbot und 3 Punkte in Flensburg

Die Vorgehensweise dieser gesonderten Berechnung einer Tateinheit ist in einer gesetzlichen Regelung hinterlegt. Lassen Sie einen Anwalt überprüfen, ob die Behörde diese Vorgabe im Bußgeldbescheid berücksichtigt hat.

Erhalt des Bußgeldbescheides und weiteres Vorgehen

Abhängig von der Arbeitsbelastung erhalten Sie den Bußgeldbescheid innerhalb von zwei Wochen bis spätestens drei Monaten. Denn vor allem Verkehrsordnungswidrigkeiten verjähren innerhalb von drei bis sechs Monaten.

Erhalten Sie innerhalb dieses Zeitraums, wirksam ab Feststellung der Ordnungswidrigkeit, keinen Bußgeldbescheid, gilt sie als verjährt. Dafür reicht bereits ein einziger Tag Verspätung aus. Durch diese kurze Verjährungsfrist müssen die Behörden gewährleisten, dass Sie innerhalb dieser Frist zumindest einen Anhörungsbogen erhalten oder einer anderen behördlichen Reaktion zu reagieren. 

Sobald der Bescheid eingetroffen ist, haben Sie 14 Tage Zeit für einen Einspruch. Prüfen Sie daher im Zweifelsfall den Bescheid umgehend, um keine Fristen zu versäumen.

Tipp: Rechtsanwalt konsultieren

Ein Rechtsanwalt prüft Ihren Bußgeldbescheid und leitet gegebenenfalls Widerspruch dagegen ein. Reichen Sie Ihren Bescheid nach Erhalt ein, und nutzen Sie die verfügbare Einspruchsfrist.

Sollten Sie die Nutzung zugeben?

Viele fragen sich, ob Sie die Handynutzung während des Fahrens im Rahmen einer Kontrolle zugeben sollen. Zumeist hat der Polizeibeamte Zeugen dafür, dass Sie das Handy benutzt haben. In dieser Situation ist es zumeist sinnlos, die Ordnungswidrigkeit abzustreiten.

Anders gestaltet sich die Situation, wenn Sie in einen Unfall verwickelt wurden und Sie im Rahmen der Protokollierung durch die Polizei auf eine vermutete Handynutzung aufmerksam gemacht werden. Haben Sie das Handy genutzt, sollten Sie es auf jeden Fall zugeben, da es für die Polizei bei genauerer Untersuchung beweisbar ist.

Haben Sie das Handy jedoch nicht verwendet und es lag nur auf dem Beifahrersitz oder in der Fahrzeugkonsole, nehmen Sie auf jeden Fall davon Abstand. Denn die Handynutzung am Steuer zieht im Falle eines Unfalls dramatische Folgen nach sich. Daher ist es unverzichtbar, in unklaren Situationen sofort zu widersprechen oder bei Erhalt des Bußgeldbescheides umgehend Einspruch zu erheben.

Wann ist ein Einspruch sinnvoll?

Ob sich ein Einspruch gegen den Bußgeldbescheid bei dieser Ordnungswidrigkeit lohnt, hängt von der individuellen Situation ab. Oft steht Aussage gegen Aussage oder das Foto der Radarkamera ist zu unscharf und dadurch nicht wirklich eindeutig. Vielleicht orientierte sich die Behörde nicht an der gesetzlich vorgegebenen Vorgehensweise der Bußgeldberechnung im Falle einer eindeutigen Tateinheit.

Oder es ist zweifelhaft, ob es sich nun um eine Tateinheit oder Tatmehrheit handelt und der Bußgeldbescheid ist Ihrer Meinung zu hoch. Gegen den Bußgeldbescheid Einspruch einzulegen ist in diesen Situationen oft unverzichtbar, um Ihr Recht zu erhalten.

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