Sollte das Unternehmen, in dem Sie arbeiten, finanzielle Probleme haben, dann können Sie und der Arbeitgeber einen Gehaltsverzicht vereinbaren, um Ihren Arbeitsplatz ggf. zu sichern. Doch auch Sie als Arbeitnehmer können Ihrem Arbeitgeber vorschlagen, auf einen Teil Ihres Gehaltes zu verzichten.

Der Gehaltsverzicht 

Bei dem Gehaltsverzicht verzichten Sie als Arbeitnehmer endgültig auf einen Teil Ihres Gehaltes. Diesen zahlt der Arbeitgeber später auch nicht nach. Ein solcher Verzicht wird meistens vereinbart, wenn das Unternehmen bei dem Sie arbeiten mit einer Umsatzeinbuße rechnet, die auch in der Zukunft nicht mehr aufgeholt werden kann. 

Hinweis: Unterschied zwischen Brutto- und Nettogehalt 

Bei einem Gehaltsverzicht sinkt das Nettoeinkommen nicht so stark wie das Bruttoeinkommen. Grund hierfür ist, dass auf das reduzierte Gehalt auch weniger Lohnsteuer gezahlt werden müssen. 

Was ist der Unterschied zur Gehaltsstundung? 

Anders als bei dem Gehaltsverzicht können Sie bei einer Gehaltsstundung mit dem Arbeitgeber vereinbaren, dass Sie vorübergehend auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten, dieser Teil jedoch zu einem späteren Zeitpunkt nachgezahlt wird. So haben Unternehmen ebenfalls die Möglichkeit, sich bei einer Umsatzeinbuße ein wenig zu entlasten. 

Vermutlich wird der Arbeitgeber eher einen Gehaltsverzicht in Betracht ziehen. Problematisch bei einer Gehaltsstundung ist nämlich, dass der Zeitpunkt, wann Sie Ihr restliches Gehalt erhalten, genau festgelegt ist. Hat Ihr Arbeitgeber es nicht geschafft, innerhalb dieser Zeit Rücklagen zu bilden, ist dieser darauf angewiesen, dass Sie ihm die Möglichkeit einräumen, den Betrag später zu zahlen. 

Warum sollten Sie einem Gehaltsverzicht zustimmen? 

Ihr Arbeitgeber kann Sie nicht zwingen , auf einen Teil Ihres Gehaltes zu verzichten. Daher stellen Sie sich sicherlich die Fragen, warum Sie als Arbeitnehmer auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten sollten, wenn Sie weiterhin die gleiche Arbeitsleistung erbringen. Der Gehaltsverzicht stellt für Unternehmen ein Mittel dar, eine finanziell schwierige Situation zu umgehen und somit eine drohende Insolvenz abzuwenden

Sie als Arbeitnehmer haben daher zwei Möglichkeiten:

  • Entweder Sie verzichten für einen gewissen Zeitraum auf einen Teil Ihres Gehaltes und können hierdurch möglicherweise Ihren Arbeitsplatz retten.
  • Oder aber Sie machen sich direkt auf die Suche nach einem neuen Job.

Bedenken Sie, dass der Gehaltsverzicht keine Garantie dafür ist, dass Sie in jedem Fall Ihren Arbeitsplatz behalten. Sollte Ihr Arbeitgeber es trotz reduzierter Mitarbeiterkosten nicht schaffen die finanziellen Schwierigkeiten abzuwenden, können Sie trotzdem Ihren Job verlieren. 

Gibt es eine Alternative zum Gehaltsverzicht? 

Weder Gehaltsverzicht noch die Gehaltsstundung stellen eine attraktive Möglichkeit für Sie als Arbeitnehmer dar. Bei dem Gehaltsverzicht erhalten Sie am Ende keine Rückzahlung des restlichen Gehaltes und bei der Gehaltsstundung müssen Sie Angst haben, dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, den gestundeten Betrag zurückzuzahlen. 

Es gibt jedoch noch eine weitere Möglichkeit. Sie können einen Gehaltsverzicht mit Besserungsklausel vereinbaren. Dies ist quasi eine Kombination aus Gehaltsverzicht und Gehaltsstundung. Durch die Besserungsklausel muss Ihr Arbeitgeber das restliche Gehalt jedoch nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt zurückzahlen, sondern erst, wenn es diesem finanziell besser geht. Hier kann die Rückzahlung beispielsweise mit Erreichen eines bestimmten Jahresumsatzes verbunden werden. 

Gehaltsverzicht durch den Arbeitnehmer 

Eine andere Form des Gehaltsverzichts ist es, wenn Sie als Arbeitnehmer Ihrem Arbeitgeber vorschlagen, auf einen Teil Ihres Gehaltes zu verzichten. Dies machen Sie als Arbeitnehmer natürlich nicht aus Nettigkeit. Vielmehr ist hier das Ziel, dass eine Neugestaltung des Arbeitsverhältnisses erfolgt. Somit folgt mit dem Gehaltsverzicht ggf. auch eine verkürzte Arbeitszeit. 

Können Sie einen Gehaltsverzicht aufgrund von mehr Freizeit vorschlagen? 

Ein solcher Vorschlag auf einen Gehaltsverzicht erfolgt meist, um mehr Freizeit und somit auch eine bessere Work-Life-Balance zu haben. Solch einen Vorschlag sollten Sie jedoch nicht aus dem Bauch heraus unterbreiten. Überlegen Sie sich vorab, wie viel Geld Sie im Monat tatsächlich benötigen, denn ist das Arbeitsverhältnis erst einmal neu gestaltet, wird es schwierig, die vorherigen Konditionen zurückzuerhalten. 

Können Sie mehr Urlaubstage durch einen Gehaltsverzicht erhalten? 

Wenn Ihnen Ihre Urlaubstage nicht ausreichen, dann können Sie mittels des Gehaltsverzichts auch mehr Urlaub beim Arbeitgeber beantragen. Man kann in diesem Fall auch von einem unbezahlten Urlaub sprechen. Sie werden dann für den von Ihnen gewünschten Zeitraum von der Arbeit freigestellt, sofern Ihr Arbeitgeber Ihren Vorschlag zustimmt. 

Hinweis: Beiträge an die Krankenkassen selbst zahlen

Beachten Sie jedoch, dass Sie für den Zeitraum Ihrer Freistellung die Krankenkassenbeiträge weiterhin zahlen müssen. Wenn es geht, sollten Sie auch in die Rentenkasse einzahlen. Hierfür müssen Sie vorab prüfen, ob Sie genug finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung haben, um diese Kosten selbst zu tragen. 

Kann mit einem Gehaltsverzicht ein Darlehen beim Arbeitgeber abgezahlt werden?

Wenn Sie ein Darlehen von der Bank erhalten, dann zahlen Sie dies in monatlichen Raten zurück. Anders sieht es aus, wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen ein Darlehen zur Verfügung stellt. Dieses können Sie mittels des Gehaltsverzichts tilgen. Sie verzichten somit auf einen Teil Ihres Gehaltes und reduzieren so die Darlehenssumme. Bei einem Darlehen vom Arbeitgeber sollten Sie jedoch bedenken, dass Sie ggf. solange an diesen gebunden sind, bis das Darlehen vollständig abgezahlt ist. 

Was müssen Sie beim Gehaltsverzicht und einen Firmenwagen beachten? 

Teilweise verzichten Arbeitnehmer auf einen Teil Ihres Einkommens, damit Ihnen ein Firmenwagen zusteht. Die anfallenden Kosten für den Wagen werden dann ebenfalls vom Arbeitnehmer getragen. Dies kann sich ggf. bei der Lohnsteuer positiv auswirken. Beachten Sie jedoch, dass der Gehaltsverzicht keinen zusätzlichen Aufwand darstellt, den Sie innerhalb Ihrer Steuererklärung geltend machen können. 

Der Gehaltsverzicht wirkt sich bereits mindernd auf die Höhe des steuerpflichtigen Bruttolohns aus und da in Höhe des Gehaltsverzichts auch kein Arbeitslohn vorliegt, kommt ein zusätzlicher Abzug vom Bruttolohn nicht in Betracht. 

Die Vereinbarung des Gehaltsverzichts 

Im Hinblick auf den Gehaltsverzicht müssen Sie und Ihr Arbeitgeber jedoch auch ein paar Vorgaben beachten. So müssen Sie sich überlegen, für welchen Zeitraum Sie den Gehaltsverzicht vereinbaren und in welcher Höhe. Aber auch, ob der Gehaltsverzicht arbeitsrechtlich überhaupt zulässig ist. 

Welche Form muss der Gehaltsverzicht haben? 

Laut dem § 2 Absatz 1 Satz 1 Nr. 6 Nachweisgesetz müssen die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts einschließlich Zuschläge, Zulagen und Prämien sowie alle anderen Bestandteile des Gehalts und sogar dessen Fälligkeit schriftlich festgelegt werden. Auch der Gehaltsverzicht gehört zu den Punkten, die der Schriftform bedürfen, weil sich ja gerade aus diesem die neue Zusammensetzung des Gehaltes ergibt. 

Hinweis: Ausnahme des schriftlichen Nachweises

Sollten Sie lediglich als Aushilfe für höchstens einen Monat eingestellt worden sein, entfällt gemäß § 1 Nachweisgesetz diese Nachweispflicht. Der Gehaltsverzicht muss daher nicht schriftlich vereinbart werden. 

Für welchen Zeitraum darf der Gehaltsverzicht vereinbart werden? 

Für den Gehaltsverzicht gibt es keinen festen Zeitraum. Es ist jedoch wichtig, dass aus der Gehaltsverzichtsvereinbarung deutlich hervorgeht, wann der Gehaltsverzicht wieder endet. Zusätzlich sollte der Zeitraum auch nicht unangemessen lang sein. Sollte sich die finanzielle Situation Ihres Arbeitgebers nach Ablauf des vereinbarten Zeitraumes nicht verbessert haben, kann nachträglich immer noch ein längerer Zeitraum vereinbart werden. 

Hinweis: Verzicht nur für die Zukunft 

Beachten Sie auch, dass Sie und Ihr Arbeitgeber einen Gehaltsverzicht nur für die Zukunft vereinbaren dürfen. Ein rückwirkender Verzicht würde auch zur Reduzierung der Beitragsforderung der Sozialversicherung führen. Diese Forderung ist jedoch bereits entstanden und kann durch einen Gehaltsverzicht auch nicht mehr beseitigt werden. 

Muss für alle Arbeitnehmer der gleiche Gehaltsverzicht vereinbart werden? 

Bei dem Gehaltsverzicht oder der Gehaltsstundung muss der Arbeitgeber den allgemeinen Gleichbehandlungsgrundsatz beachten. Somit müsste dieser mit allen Arbeitnehmern einen Verzicht mit gleichem Inhalt vereinbaren. Gibt es jedoch mehrere Abteilungen, und eine Abteilung muss besonders hohe finanzielle Einbußen verbuchen, kann es auch gerechtfertigt sein, innerhalb dieser Abteilung einen höheren Gehaltsverzicht zu vereinbaren. 

Wann ist ein Gehaltsverzicht arbeitsrechtlich zulässig? 

Sofern ein Tarifvertrag vorhanden ist, dann ist ein Gehaltsverzicht nur zulässig, sofern eine Öffnungsklausel besteht. Eine Öffnungsklausel ist eine Klausel in Gesetzen oder Verträgen, nach der abweichende Vereinbarungen, die nicht mit einer geregelten Norm übereinstimmen, trotzdem gültig sein sollen. Bei Teilzeitkräften muss zudem geprüft werden, ob ein Gehaltsverzicht möglicherweise gegen das Teilzeit- und Befristungsgesetz verstößt

Auf welchen Teil Ihres Gehaltes können Sie verzichten? 

Bei dem Gehaltsverzicht gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf welchen Teil Ihres Gehaltes Sie als Arbeitnehmer verzichten. Wichtig ist nur, dass dies genau festgelegt wird: 

  • So können Sie auf einen gewissen Prozentsatz Ihres Bruttogehaltes verzichten.
  • Wenn es in Ihrem Unternehmen Bonuszahlungen gibt, können Sie auch auf diesen Teil Ihres Gehaltes verzichten.
  • Letztlich haben Sie auch die Möglichkeit, auf Urlaubs- oder Weihnachtsgeld zu verzichten. 

Können Sie als Arbeitnehmer auch auf Ihre Urlaubsansprüche verzichten? 

Stellen Sie als Arbeitnehmer fest, dass Sie mit einem reduzierten Gehalt nicht über die Runden kommen, haben Sie auch die Möglichkeit auf Urlaubsansprüche zu verzichten, die über den gesetzlichen Urlaubsanspruch hinausgehen. Bei diesen Urlaubsanspruch muss es sich zudem um Urlaubstage handeln, die nicht auf einer Tarif- oder Betriebsvereinbarung beruhen. Letztlich dürfen Sie diese Urlaubstage noch nicht genommen haben. 

Jetzt fragen Sie sich sicherlich, wie Ihr Arbeitgeber durch den Wegfall von Urlaubstagen Lohnkosten sparen kann? Durch den Wegfall Ihres Urlaubs unterstützen Sie das Unternehmen mit Ihrer Arbeitsleistung und helfen dabei, den Umsatz zu steigern. Hinzu kommt, dass Ihr Arbeitgeber keine weiteren Lohnkosten für eine Urlaubsvertretung ausgeben muss.

Hat der Betriebsrat ein Mitspracherecht? 

Sollte in Ihrem Unternehmen ein Betriebsrat vorhanden sein, dann muss dieser an dem Gehaltsverzicht beteiligt werden. Dies ergibt sich aus § 87 Absatz 1 Nr. 10 Betriebsverfassungsgesetz. Grund hierfür ist, dass sich durch den Gehaltsverzicht das Lohngefüge innerhalb des Unternehmens verändern kann. 

Wenn nur für einen einzigen Mitarbeiter ein Gehaltsverzicht vereinbart werden soll, dann muss der Betriebsrat ebenfalls beteiligt werden, wenn der Teil des Gehaltes auf den verzichtet wird, sich aus einer Betriebsvereinbarung ergibt. 

Steuerliche und versicherungstechnische Auswirkungen

Wenn Sie am Ende des Monats weniger Gehalt erhalten, dann kann dies Auswirkungen auf die zu zahlende Lohnsteuer haben. Aber auch auf die zu zahlenden Sozialversicherungsbeiträge kann der Gehaltsverzicht Einfluss haben, sofern die entsprechenden Voraussetzungen hierfür eingehalten wurden. 

Wie wirkt sich der Gehaltsverzicht auf die Lohnsteuer aus? 

Durch den Gehaltsverzicht wird Ihr Einkommen beeinflusst und dieses Einkommen ist die Berechnungsgrundlage für die zu zahlende Lohnsteuer. Wenn Sie also weniger Einkommen haben, dann müssen Sie auch weniger Lohnsteuer zahlen. Grund hierfür ist, dass bei der Lohnsteuer das Zuflussprinzip gilt, was bedeutet, dass Sie nur Steuern auf das Gehalt zahlen, was Ihnen zufließt. 

Wie wirkt sich der Gehaltsverzicht auf die Sozialversicherungsbeiträge aus? 

Neben dem Steuerrecht gibt es auch das Sozialversicherungsrecht. Hier gilt nicht das Zuflussprinzip sondern das Entstehungs- oder Fälligkeitsprinzip. Nach diesem Prinzip entsteht die Beitragspflicht, wenn Ihr Lohnanspruch als Arbeitnehmer entsteht. Der Gehaltsverzicht kann die Sozialversicherungsbeiträge nur reduzieren, wenn folgende Bedingungen erfüllt sind: 

  • Der vereinbarte Gehaltsverzicht war arbeitsrechtlich zulässig
  • Es liegt eine schriftliche Vereinbarung des Verzichts vor
  • Der Verzicht bezieht sich nur auf zukünftiges Arbeitsentgelt

Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, hat der Gehaltsverzicht keine Auswirkungen auf die Beitragshöhe für die Sozialversicherung. 

Wie wirkt sich der Gehaltsverzicht auf die Altersvorsorge aus? 

Wie sich der Gehaltsverzicht auf Ihre Altersvorsorge auswirkt, hängt von der Beitragsbemessungsgrenze ab.

  • Liegt Ihr Gehalt oberhalb dieser Grenze und fällt durch den Gehaltsverzicht auch nicht unterhalb dieser Grenze, dann verändert sich an Ihrer Altersvorsorge nichts. 
  • Liegt Ihr Gehalt unterhalb dieser Beitragsbemessungsgrenze oder fällt durch den Gehaltsverzicht unter diese, kann sich der Gehaltsverzicht schon auf Ihre Altersvorsorge auswirken. 

Weitere Auswirkungen des Gehaltsverzichts 

Neben den steuerlichen und versicherungstechnischen Auswirkungen gibt es auch noch Punkte, die Sie als Arbeitnehmer beachten müssen. Wie wirkt sich beispielsweise der Verzicht auf Ihren ALG I-Anspruch aus oder darf Ihnen der Arbeitgeber weniger zahlen als den gesetzlichen Mindestlohn? 

Hat der Gehaltsverzicht Auswirkungen auf ALG I-Anspruch? 

Da Sie innerhalb des Zeitraumes für den der Gehaltsverzicht vereinbart wurde, weniger verdienen, wirkt sich dieser Verzicht durchaus auf Ihren Arbeitslosengeldanspruch aus. Die Höhe des Arbeitslosengeldes bemisst sich nämlich nach Ihrem Bruttoeinkommen der letzten 12 Monate

Darf durch den Gehaltsverzicht der Mindestlohn unterschritten werden? 

Trotz Gehaltsverzicht darf der Mindestlohn pro Stunde nicht unterschritten werden. Dies ergibt sich aus § 3 Mindestlohngesetz, wonach ein Verzicht auf den Mindestlohn rechtlich nicht zulässig ist. Grund hierfür ist, dass Ihr Arbeitgeber ansonsten den Mindestlohn umgehen könnte, wenn er direkt am Anfang mit Ihnen einen Gehaltsverzicht vereinbart, im Arbeitsvertrag aber der Mindestlohn aufgeführt ist. 

Der Gehaltsverzicht bei einem Geschäftsführer einer GmbH 

Wenn die Ertragslage für GmbHs schwierig ist, dann kann ein Mittel zur Sanierung der GmbH der Gehaltsverzicht des Geschäftsführers sein. Mit dem Gehaltsverzicht des Geschäftsführers einer GmbH gehen jedoch auch steuerliche Probleme einher. 

Woraus ergibt sich die Pflicht des Gehaltsverzichts? 

Der BGH hat entschieden, dass der Geschäftsführer einer GmbH verpflichtet werden kann, einem Gehaltsverzicht zuzustimmen, wenn sich die finanzielle Situation der GmbH verschlechtert hat und dies bei der letzten Festsetzung des Gehaltes des Geschäftsführers nicht berücksichtigt wurde. Von einer Verschlechterung der finanziellen Situation spricht man: 

  • wenn für die Auszahlung des Gehaltes für den Geschäftsführer das Stammkapital angegriffen werden muss
  • wenn die GmbH nicht genügend finanzielle Rücklagen hat, um einen Kredit zu marktüblichen Bedingungen zu erhalten. 

Damit der Gehaltsverzicht wirksam ist, bedarf es einer Änderung des Anstellungsvertrages. 

In welcher Höhe muss der Geschäftsführer auf sein Gehalt verzichten? 

Der Geschäftsführer darf nicht auf sein vollständiges Gehalt verzichten. Hierdurch würde die arbeitsvertragliche Regelung mit dem Geschäftsführer infrage gestellt werden.

  • Zunächst einmal müsste der Geschäftsführer auf Sonder- oder Bonuszahlungen verzichten.
  • Reicht dies nicht aus, um das Unternehmen wieder auf Kurs zu bringen, kann das Gehalt gekürzt werden.

Die Höhe des dann zu zahlenden Gehaltes wird sich an dem Gehalt der Führungskräfte orientieren. 

Was muss steuerrechtlich beachtet werden? 

Ein vollständiger Gehaltsverzicht hätte auch steuerrechtliche Auswirkungen. Man könne dann davon ausgehen, dass es sich bei den bisherigen Gehaltszahlungen um verdeckte Gewinnausschüttungen gehandelt habe. Das Finanzamt wird daher versuchen, einen Gehaltsverzicht infrage zu stellen. Es ist daher wichtig, dass der Gehaltsverzicht richtig vereinbart und die Notwendigkeit dieses Verzichts auch dargelegt wurde.