Vorgesorgt für den Fall der Berufsunfähigkeit haben Sie. Doch mitunter stellt sich rasch heraus: Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht. Die Ablehnungsgründe können vielfältig sein. Nicht immer liegen sie bei der Versicherung, aber jede Ablehnung sollte genau überprüft werden.

Die Leistungsquote von Berufsunfähigkeitsversicherungen

Regelmäßig erstellt das Analysehaus MORGEN & MORGEN Zahlen zur Leistungsquote und zur Prozessquote, die im Zusammenhang mit der Berufsunfähigkeitsversicherung stehen. In den Kennzahlen der Leistungsquote sind jedoch zweierlei Arten von BU-Tarifen erfasst:

  • Die Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit
  • Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung

Die Beitragsbefreiung zur Berufsunfähigkeit ist ein Versicherungsbaustein von Lebensversicherungen. Sie beinhaltet, dass die Beiträge zur Lebensversicherung bei Berufsunfähigkeit nicht mehr einbezahlt werden müssen, die Versicherung dennoch im abgeschlossenen Umfang weiterläuft.

Die selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung dagegen ist die eigenständige Versicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit. Dennoch ist auch die Addierung beider Zahlen interessant. Denn die Statistik sagt aus, bei welcher Versicherungsgesellschaft insgesamt mehr Ablehnungen ausgesprochen werden und welche Gesellschaften zu den eher guten Zahlern gehören. 

Damit Sie sich ein Bild der Unterschiede machen können, nennen wir in der auszugsweisen Aufstellung eine der Gesellschaften auf den oberen Plätzen, drei im Mittelfeld und eine Versicherung, die in den letzten Jahren die wenigsten Anträge auf Berufsunfähigkeitsrente bewilligte.

*Quelle: MORGEN & MORGEN (Stand: 26.04.2019)

Zwar verwischen sich durch die Zusammenrechnung der Tarife mit Beitragsbefreiung und der eigenständigen Berufsunfähigkeitsversicherung die Zahlen. Andere Gesellschaften machen wiederum keine Angaben, so dass eine Statistik nur ein Anhaltspunkt sein kann. 

Rechtsanwälte wissen jedoch durchaus um die Tendenz mancher Versicherer, eher nur zögernd oder erst nach Gerichtsentscheid zu zahlen. Ein zusätzlicher Blick auf die Prozessquote hilft Ihnen und im Fall der Fälle Ihrem Rechtsanwalt, die Erfolgsaussichten einer Klage richtig einzuschätzen.

Die häufigsten Ablehnungsgründe

Rund 80 % der Versicherungsgesellschaften in Deutschland haben sich im GDV (Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft) zusammengeschlossen. Dieser Verband ermittelt auch, wie viele und aus welchen Gründen Ablehnungen von Zahlungen aus der Berufsunfähigkeitsrente ausgesprochen wurden. Allerdings sind in diesen Aufstellungen auch die Berufsunfähigkeitsrenten eingeschlossen, die über die Police einer Risikolebensversicherung abgedeckt sind. 

Tipp: Notwendige Unterlagen vollständig und zügig einreichen

Durchschnittlich dauert es laut GDV 110 Tage, bis alle Anträge auf Vollständigkeit und dem Anspruch auf Auszahlung überprüft sind. Davon entfallen 65 Tage auf die Herbeibringung der Unterlagen. Leisten Sie deshalb Ihren Anteil, indem Sie alle notwendigen Unterlagen so rasch und vollständig wie möglich einreichen.

Welches ist der häufigste Grund für die Ablehnung?

Im Schnitt werden 78 % der Anträge bewilligt, sobald vom Versicherungsnehmer alles Nötige getan ist. Wird der Antrag abgelehnt, so liegt dies in 43 % aller Fälle daran, dass der erforderliche Grad der Berufsunfähigkeit nicht erreicht wird. Dieser erforderliche Grad ist im Versicherungsvertrag festgehalten, in der Regel beträgt er 50 %. 

Bei 15 % ist es nach den Angaben des GDV so, dass sich der Versicherte trotz Nachfrage über einen längeren Zeitraum nicht mehr bei der Versicherung meldet. Werden die Ansprüche nicht nachverfolgt, fehlende Unterlagen und Nachweise nicht eingereicht, führt dies zur Ablehnung. 

Tipp: Bei gesundheitlicher Besserung Nachricht an die Versicherung

Oft bessert sich auch der Gesundheitszustand und die Voraussetzungen für die Berufsunfähigkeitsrente sind nicht mehr erfüllt. Sollte dies für Sie irgendwann zutreffen, geben Sie Ihrer Gesellschaft am besten formlos Bescheid. So hinterlassen Sie einen guten Eindruck, der sich eventuell später wieder zu Ihren Gunsten auszahlt.

Bei 10 % der Ablehnungen liegt eine Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht vor. Dies ist der Fall, wenn ein Versicherter bei Abschluss des Vertrages wesentliche Vorerkrankungen nicht oder nicht ausreichend genug angegeben hat. 

Beispiel: Erkrankung verschwiegen

Eine kaufmännische Angestellte leidet seit der Jugend im Frühjahr an einer Pollenallergie. Da sie nicht der Ansicht war, dass diese Allergie jemals zu einer Berufsunfähigkeit führen könnte, hatte sie die entsprechenden Angaben im Antrag unterlassen. Im Laufe der Jahre kamen jedoch andere Allergien hinzu, starke Reaktion auf Hausstaub, Reinigungsmittel, ständige Bindehautentzündungen, Asthma und Rheuma traten auf. Obwohl der Arzt eine Berufsunfähigkeit von 50 % attestierte, verweigerte die Versicherungsgesellschaft die Zahlung. 

Wurde beim Antrag eine Vorerkrankung verschwiegen, ist es immer öfter nicht mehr damit getan, dass die Versicherung die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente versagt. Die Gesellschaften fechten zunehmend in diesen Fällen die Verträge wegen arglistiger Täuschung an. 

Ein solcher Schritt des Versicherers hat für den Versicherten zwei unangenehme Seiten, zum einen muss das Verfahren durchgestanden werden und zum anderen verliert er durch die Aufkündigung den Versicherungsschutz. Ein neuer Vertrag zu ähnlichen Konditionen kann kaum noch geschlossen werden, vorausgesetzt, man findet überhaupt eine Gesellschaft, die zum Vertragsabschluss bereit ist.

Ablehnung überprüfen lassen

Können Sie den Ablehnungsgrund der Versicherung nicht nachvollziehen, sollten Sie die Rechtmäßigkeit überprüfen lassen. Ein Rechtsanwalt hilft Ihnen dabei. 

Was können Sie selbst überprüfen?

Die Statistiken verraten es: Es liegt nicht immer an der Versicherung, wenn die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente verweigert wird. Ehe Sie rechtliche Schritte einleiten, checken Sie deshalb

  • den Vertrag auf Voraussetzungen und Ausschlussklauseln
  • den Antrag auf Rentenauszahlung auf Vollständigkeit
  • die Nachweise des Arztes/der Klinik auf die Feststellung der Berufsunfähigkeit

Was ist der Unterschied zwischen Grad der Berufsunfähigkeit und GdB?

Diese beiden ähnlichen Begriffe führen mitunter zur Verunsicherung oder einer falschen Auslegung, wenn die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt. 

Es kann durchaus sein, dass Ihnen aufgrund Ihrer Erkrankung oder nach einem Unfall ein Grad der Behinderung (GdB) zusteht und Sie diesen erhalten haben. Jedoch bedeutet selbst ein GdB von 50 nicht unbedingt, dass Sie zu 50 % berufsunfähig sind. Es kommt auf Ihren Beruf und die Art der Einschränkung an, ob und inwieweit Sie noch leistungsfähig sind.

Auch die Zukunftsprognose spielt eine starke Rolle, wenn es um die Bewilligung der Berufsunfähigkeitsrente geht. Wesentlich für Auszahlung einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, dass sich der Gesundheitszustand voraussichtlich für mindestens sechs Monate nicht wesentlich bessert. 

Beispiel: Berufsfähig trotz Einschränkungen

Ein Buchhalter hat bei einem Autounfall eine Wirbelverletzung erlitten. Nach längeren Rehamaßnahmen sitzt er nun im Rollstuhl, da das Gehvermögen noch stark eingeschränkt ist. Alltagsverrichtungen kann er jedoch selbstständig ausführen. Hier kann sich die Versicherung auf den Standpunkt stellen, dass er seine Arbeit auch im Rollstuhl verrichten könnte. 

Zahlt die Versicherung bei Burn Out und Depressionen?

Bei Erkrankungen psychischer Natur wie Burn Out und Depressionen ist die Krankheitsdauer schwer vorhersehbar. Zwar mussten laut Bundesarbeitsministerium 2018 71.319 Erwerbsrenten neu ausbezahlt werden, bei denen psychische Probleme die Ursachen waren. Damit nahmen diese Erkrankungen 42,9 % aller Erwerbsminderungsrenten ein. 

In diesen Fällen muss sich der Versicherer zwar dem Rententräger anpassen. Die Durchsetzung einer Erwerbsminderungsrente kann jedoch Jahre dauern, und solange kann es passieren, dass auch die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlt. 

Kann ich Unterlagen nachreichen?

Wurde Ihr Antrag abgelehnt, so haben Sie jederzeit die Möglichkeit, wesentliche Informationen und Arztunterlagen nachzureichen. Dies kündigen Sie am besten gleich nach der Ablehnung an. Aufgrund dieser neuen oder erweiterten Unterlagen muss der Versicherer seine Ablehnung überprüfen.

Ist die Berufsunfähigkeitsversicherung trotz zusätzlicher Unterlagen nicht bereit, Ihnen die Rente auszuzahlen, haben Sie die Möglichkeit Klage einzureichen bzw. damit einen Rechtsanwalt zu beauftragen. 

Kräfteverfall: Klausel mit Tücken

In vielen Policen der Berufsunfähigkeitsversicherungen sind vier Kriterien aufgelistet, die zu einem Anspruch führen. Dies sind:

  • Krankheit
  • Unfall
  • Pflegebedürftigkeit 
  • Kräfteverfall

Während Pflegebedürftigkeit, Krankheit und Unfall eindeutige Gründe sind, die lediglich im Grad der Berufsunfähigkeit und der Heilungsaussichten einzustufen sind, ist Kräfteverfall ein eher unklarer Begriff. 

Was versteht die Berufsunfähigkeitsversicherung unter Kräfteverfall?

Mitunter passiert es, dass genau dieser Punkt der Grund für den Abschluss der Berufsunfähigkeitsversicherung war. Ein Kräfteverfall im Laufe eines Berufslebens ist logisch und absehbar. Und wer wäre nicht froh, ein paar Jahre früher in Rente gehen zu können, ohne dabei finanzielle Einbußen zu erleiden? 

So einfach ist es aber leider nicht: Damit Sie in den Anspruch der Rente kommen, muss der Kräfteverfall stärker fortgeschritten sein, als dies dem Alter entspricht. Dies ist im Versicherungsvertragsgesetz ausdrücklich so festgehalten und durch die Rechtssprechung bestätigt. Die Arbeitsleistung muss wesentlich geringer sein, als sie von anderen Personen gleichen Alters noch erbracht werden kann. Dagegen ist die Berufsgruppe nicht ausschlaggebend, sie wird nicht zum Vergleich herangezogen. 

Dass der Kräfteverfall überdurchschnittlich sein muss, ist nicht unbedingt in den Versicherungsbedingungen so angegeben. Die höchstrichterliche Rechtsprechung gibt den Gesellschaften dabei Recht. Sie führt aus, dass einem Versicherungsfall grundsätzlich ein außergewöhnliches Ereignis zugrunde liegt, gegen das man sich eben abgesichert habe. Ein altersgemäßer Kräfteverfall wäre jedoch kein solches Ereignis, weil er absehbar ist. 

Bietet die Risikolebensversicherung Abhilfe?

In einer Risikolebensversicherung können Bausteine aufgenommen werden, die Sie zum Empfang Zahlung der sogenannten vorgezogenen Leistung oder der Zahlung bei schwerer Krankheit berechtigt. Diese Leistungen können den Zweck einer Berufsunfähigkeitsrente erfüllen. 

Hinweis: Vorzeitige Auszahlung der Versicherungssumme

Hat ein Versicherungsunternehmer seine Risikoversicherung mit der Zusatzklausel „vorgezogene Leistung“ abgeschlossen, so kann er einen Teil der Versicherungssumme ausbezahlt bekommen, wenn er unheilbar erkrankt. Dass der Tod in absehbarer Zeit krankheitsbedingt eintritt, ist allerdings Voraussetzung.

Diese Variante dient zwar in der Regel mehr der Absicherung der Familie, letztendlich wird das Geld aus der vorgezogenen Leistung vielfach benötigt, um Krankheitskosten aufzufangen. Ebenso ist dies bei Leistungen wegen schwerer Krankheit der Fall. Hier zählen nicht nur unheilbare, sondern ebenso schwere Erkrankungen wie Krebs, Schlaganfall oder ein Herzinfarkt. 

Wenn der Kräfteverfall im Zusammenhang mit diesen Erkrankungen steht, können je nach Vertrag auch Gelder aus der Risikolebensversicherung gezahlt werden.

Abstrakte und konkrete Verweistätigkeit

Nicht nur die gesetzliche Rentenversicherung, sondern auch die Berufsunfähigkeitsversicherung behält sich das Recht vor, Arbeitnehmern keine Rente zu zahlen, sondern sie auf eine andere Arbeit zu verweisen. Vor allem in älteren Verträgen findet man diesen Passus der „abstrakten Verweisung“ noch, neuere Verträge beinhalten häufiger die „konkrete Verweisung“

Wie sieht die abstrakte Verweisung aus?

Durch die sogenannte „abstrakte Verweisung“ kann die Berufsunfähigkeitsversicherung von ihren Versicherungsnehmern verlangen, einen anderen Beruf auszuüben, wenn damit die Berufsunfähigkeit umgangen wird.

Beispiel: Forderung einen anderen Beruf auszuüben

Ein Schreiner hat durch einen Berufsunfall die Beweglichkeit einer Hand verloren. Er könnte aber zum Beispiel noch als Einkäufer für eine Holzgroßhandlung arbeiten, wo seine Expertise gefragt ist.

Die abstrakte Verweisung darf jedoch nicht dazu führen, dass der neue Arbeitsplatz mit finanziellen Einbußen verbunden ist oder die Aufgabe weit unter der Qualifikation des Arbeitnehmers liegt. Sie muss in allen Belangen in etwa dem bisherigen Aufgabenbereich entsprechen

Was ist ein konkret ausgeübter Beruf?

Ausschlagend für die Zahlung der Berufsunfähigkeitsrente ist die Fähigkeit, im konkret ausgeübten Beruf nicht mehr arbeiten zu können. Das ist jedoch ein dehnbarer Begriff.

In der Regel ist der konkret ausgeübte Beruf der, der zum Zeitpunkt der Antragstellung und in der unmittelbaren Zeit davor ausgeübt wurde. Das kann der erlernte Beruf sein, muss aber nicht. Auch der im Versicherungsvertrag angegebene Beruf muss nicht mehr der sein, der aktuell ausgeübt wird. Wer sich in seinem Berufsleben irgendwann entschieden hat, überwiegend einen anderen Job zu machen, hat damit seinen „konkreten Beruf“. 

Auch die Tätigkeit am Arbeitsplatz spielt eine Rolle. Wer als Springer in seiner Firma tätig war, für den zählen die einzelnen Wirkungsstätten. Die Abgrenzung ist schwierig, eine genaue Beschreibung seitens der Firma kann für den Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente von Vorteil sein.

Hinweis: Was ist, wenn Sie den konkreten Beruf nicht freiwillig ausüben?

Hat Sie den zuletzt ausgeübten Beruf nicht gerade freiwillig ausgeübt, sondern etwa aus einer Arbeitslosigkeit heraus kurzfristig eine unterbezahlte Stelle angenommen, kann im Einzelfall zugunsten des Versicherungsnehmers entschieden werden.

Hier kann ein beratendes Gespräch durch den Rechtsanwalt dazu beitragen, dass bereits in der Antragstellung für die Rentenzahlung klare Formulierungen zum Erfolg beitragen.

Nachprüfungsverfahren: Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht mehr

Selbst wenn die Berufsunfähigkeitsrente auf Ihren Antrag hin problemlos und rasch bewilligt worden war, muss dieser Akt nicht von Dauer sein. Laut Versicherungsgesetz hat jede Gesellschaft das Recht, Ihren Gesundheitszustand einmal jährlich zu überprüfen. In der Praxis kommt es im Schnitt alle zwei Jahre zu einem Nachprüfungsverfahren.

Wozu ein Nachprüfungsverfahren?

Selbst wenn bei Ihrem Antrag auf Rente weitaus mehr als ein Grad der Berufsunfähigkeit von 50 % bestanden hat, kann sich Ihr Gesundheitszustand wieder bessern. Wie die gesetzlichen Rententräger bei der Erwerbsminderung auch, sind Versicherungsgesellschaften daran interessiert, Rentengelder möglichst einzusparen. Deshalb werden die Voraussetzungen für die Zahlung der Rente überprüft.

Wie läuft ein Nachprüfungsverfahren ab?

Meist versenden die Versicherungsgesellschaften einen Fragebogen. Hier werden aktuelle Angaben zum Gesundheitszustand verlangt, ein neues ärztliches Attest kann angefordert werden. Überlegen Sie die Antworten sorgfältig, ehe Sie den ausgefüllten Vordruck wieder an die Versicherung schicken. 

Bei Unklarheiten helfen telefonische Rückfragen beim Sachbearbeiter weiter. Telefonische Interviews zu Ihrem Gesundheitszustand sollten Sie jedoch ablehnen und auf der Schriftform bestehen. Damit haben Sie einen Nachweis über Fragen und Antworten, wenn Sie das ausgefüllte Formular kopieren oder einscannen. 

Hinweis: Termin beim Gutachter wahrnehmen

Mitunter fordert die Berufsunfähigkeitsversicherung Sie auf, sich zum Zweck der Nachprüfung einem Gutachter vorzustellen. Dieses Recht steht der Versicherung zu, einmal im Jahr darf sie auf eigene Kosten ihre versicherten Personen untersuchen lassen. Um den Versicherungsschutz und Ihre Berufsunfähigkeitsrente nicht zu verlieren, müssen Sie diesen Termin wahrnehmen.

Darf ich trotz Rentenbezug einen Job ausüben?

Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt nicht, wenn Sie trotz Rentenanspruch im gleichen Job voll weiterarbeiten. Eine Teilzeitbeschäftigung, die dem Grad der Berufsunfähigkeit entspricht, dürfen Sie jedoch ausüben.

Vorsicht ist geboten, wenn Sie Ihrer Gesundheit zuliebe einen anderen, nicht so anstrengenden Job annehmen. Soweit die neue Arbeit nicht den Rahmen Ihrer attestierten Leistungsfähigkeit übersteigt, sollte dies kein Problem darstellen. Der Umfang muss jedoch dem Grad Ihrer Berufsunfähigkeit entsprechenden. 

Auch das Gehalt ist ein Faktor, der die Rentenzahlung beeinflussen könnte. Erzielen Sie trotz einfacherem Job und weniger Stunden mehr Einkommen, könnte dies zur Einstellung der Rentenzahlungen führen. 

Tipp: Klauseln lesen und Job der Versicherung melden

Überprüfen Sie den Versicherungsvertrag, ob hinsichtlich des Arbeitsumfangs oder des Gehalts Einschränkungen bestimmt sind. Sollte im Vertrag enthalten sein, dass Sie eine neue Arbeitsstelle melden müssen, zögern Sie nicht, diese Angaben zu machen.