Die Zinsen für Angespartes sind niedrig. Das ist auch für die Kapital­lebens­versicherung nicht ohne Folgen geblieben. Der Zinssatz, den Lebensversicherungen auf Ihre eingezahlten Beträge gewähren, liegt derzeit gerade einmal bei 0,9 %. Eine Risikolebensversicherung dagegen ist immer noch sinnvoll.

Die Kapitallebensversicherung

Die kapitalbildende Versicherung wird als Polster für den Ruhestand abgeschlossen. Der Versicherungsnehmer zahlt regelmäßig die vereinbarten Beiträge, die Versicherung verwandelt das Geld in Kapital, das sich mit den Jahren mehrt. Irgendwann ist eine Auszahlung der Kapitallebensversicherung möglich.

In der Vergangenheit konnte bei guter Verzinsung eine stattliche Summe angespart werden. Zu den Zinsen addierten sich noch die Beteiligungen aus Überschüssen, die das Versicherungsunternehmen mit Ihren Beiträgen erwirtschaftet, indem es am Wertpapier- und Börsenmarkt investierte. Einen Teil der Überschüsse schrieb man dem Versicherungsnehmer gut. Als Altersvorsorge oder Absicherung für Hinterbliebene war die Kapital­lebens­versicherung überaus beliebt. 

Hinweis: Was ist der „Garantiezins“?

Über die Höhe des Garantiezins entscheidet Bundesministerium für Finanzen. Der Garantiezins beschreibt die Verzinsung, die auf die Sparanteile der Versicherungskunden gewährt werden muss. Er liegt derzeit bei 0,9 % .

Lohnt sich die Kapitallebensversicherung?

Derzeit sieht die Bilanz bei Kapitallebensversicherungen trübe aus. Für frisch abgeschlossene Verträge ist nicht einmal sicher, ob am Ende überhaupt Kapital gebildet wird. Nicht ausgeschlossen, dass Ihnen am Ende sogar Verluste drohen.

Bis zu 7,5 % Provisionen der Beitragssumme fallen bei Abschluss des Vertrages an. Daneben werden für die Verwaltung weitere Kosten abgezogen. Das kann sogar dazu führen, dass der „Garantiezins“ von 0,9 % schließlich wegschmilzt. Die Überschussbeteiligung ist über die Jahre ebenfalls gesunken und fondsgebundene Lebensversicherungen sind mit hohen Kosten verbunden.

Auf eine Zinssteigerung zu spekulieren, ist auch nicht sinnvoll, denn im Vertrag wird der Zinssatz festgelegt, der für die komplette Laufzeit gültig ist.

Die Risikolebensversicherung

Eine Altersvorsorge ist die Risikolebensversicherung nicht. Im Wesentlichen dient sie als finanzielle Absicherung Ihrer Familie oder Ihres Lebenspartners. Eine Auszahlung der Versicherungssumme an die Hinterbliebenen erfolgt nur im Fall des Todes des Versicherungsnehmers. Immerhin können Sie die Risikolebensversicherung steuerlich absetzen.

Es gibt auch verbundene Policen, wenn Elternteile oder Geschäftspartner einer Firma sich gegenseitig absichern wollen.

Achtung: Keine Auszahlung zu Lebzeiten

Ist die Vertragslaufzeit beendet, wird keine Versicherungssumme ausgezahlt. Das gilt jedenfalls zur Zeit für beinahe alle Versicherungen. Der Todesfall, der versichert wurde, ist nicht eingetreten. Also verfällt der Anspruch. 

Eine einzige Versicherung bietet derzeit eine Leistung zu Lebzeiten an. Sie nennt dies „vorgezogene Todesfallleistung“. Bei einer schweren Krankheit – mit einer Lebenserwartung von unter zwölf Monaten – zahlt der Versicherer die Versicherungssumme vorzeitig aus.

Risikolebensversicherung

Ein weiterer guter Grund für eine Risikolebensversicherung ist nicht von der Hand zu weisen: Bei größeren Darlehen akzeptieren Kreditgeber eine Risikolebensversicherung als Absicherung für den Fall Ihres Todes. Denn solange Ihr Kapital vertraglich gebunden ist, taugt es den Banken als Sicherheit. Sollten Sie die Aufnahme eines größeren Kredits für die nahe Zukunft planen, ist eine Risikolebensversicherung also mindestens als Kreditabsicherung empfehlenswert. 

Ist für eine Gesundheitsprüfung ein Arztbesuch erforderlich?

Vor Abschluss des Vertrages verlangt das Versicherungsunternehmen eine Gesundheitsprüfung, die bis zu einer definierten Todesfallsumme durch einen Fragebogen geschehen kann. Dafür sollten Sie sich viel Zeit nehmen, denn haben Sie eine Krankheit oder Vorbelastung nicht angegeben, kann das unangenehme Folgen haben. Bei höheren Versicherungssummen werden Sie zum Arzt beordert.

Ist ein Versicherungsnehmer einem erhöhten Todesfallrisiko ausgesetzt, wird ein Risikozuschlag genommen. Tatsächlich führt schon Übergewicht zu einem höheren Beitrag, ebenso wie Rauchen. Ändert sich Ihr Gesundheitszustand während der Vertragslaufzeit, geht das nicht zu Ihren Lasten. Ein Risiko, das die Versicherung übernehmen muss.

Was sollte bei der Vertragslaufzeit beachtet werden?

Den Turnus Ihrer Zahlung vereinbaren Sie mit der Versicherung. Die Laufzeiten sind weitgehend individuell gestaltbar. Verträge, die über das 75. Lebensjahr hinaus gehen, lassen die Versicherungen indes nicht zu. Empfohlen wird eine Laufzeit von 25 Jahren.

Wenn Sie also beispielsweise im Alter von 35 Jahren eine Risikolebensversicherung abschließen, vielleicht weil Sie Ihre Kinder absichern wollen, dann sind Sie 60 Jahre alt, wenn der Vertrag ausläuft. Ihre Kinder stehen möglicherweise auf eigenen Beinen. Die gesundheitlich prekären Jahre kommen jetzt aber noch. Eine Verlängerungsmöglichkeit ist dann erwägenswert.

Vertragslaufzeit Risikolebensversicherung

Es wäre gut, bei Abschluss des Vertrages auf ein Verlängerungsrecht zu achten – bei gleichzeitiger Erhöhung des Auszahlungsbetrags. Wie schon angemerkt: Ist der Versicherungsfall innerhalb der Vertragslaufzeit nicht eingetreten, wird auch kein Cent ausgezahlt. Im besten Fall versichern Sie sich bis zu Ihrem 75. Lebensjahr.

Der bei Vertragsabschluss vereinbarte Zinssatz gilt für die gesamte Vertragslaufzeit, die in der Regel mehrere Jahrzehnte beträgt.

Was kostet eine Risiko­le­bens­versicherung?

Für einen Monatsbeitrag von 3 EUR ist es möglich – bei einer Laufzeit von zwanzig Jahren – für eine Auszahlungssumme (im Todesfall) im mittleren fünfstelligen Bereich zu sorgen. Steigen Ihre Anforderungen, die Versicherungssumme, Ihr Alter oder Ihre Beeinträchtigungen wird die Versicherung für Sie teurer, teilweise erheblich.

Einige Versicherer bieten folgende Leistungen als Bausteine an:

  • Sofortschutz bei Unfalltod noch vor der Gesundheitsprüfung, sobald der Vertrag vorliegt.
  • Es gibt Partner-Risiko­le­bens­versicherung, bei der sich die Lebenspartner oder Geschäftspartner gegenseitig absichern. Im Todesfall erhält der Partner die Auszahlungssumme.
  • Einige Versicherer bieten Tarife an, die eine Erhöhung der Versicherungssumme auch nach mehreren Jahren zulässt, ohne eine erneute Gesundheitsprüfung. Allerdings ist die Erhöhung nicht unbegrenzt und nur zu definierten Anlässen buchbar: z. B. wenn sich Ihr Einkommens erhöht, Sie sich selbständig machen, geheiratet oder ein Kind bekommen haben.
  • Einige Versicherer bieten eine Beitragsrückerstattung an, die vor Vertragsabschluss vereinbart sein muss.
  • Für einen höheren Monatsbetrag können Sie die Risikolebensversicherung mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung koppeln und mit einer Restschuldversicherung, die von Banken als Kreditausfallversicherung gefordert wird. Das sind Zusatzversicherungen, die relativ teuer sind. 

Hinweis: Was ist eine Restschuldversicherung?

Die Restschuldversicherung ist nichts anderes als eine Kreditausfallversicherung, die von Banken gefordert wird. Sie wird mit dem Kredit abgezahlt und erhöht die Tilgungssumme. Die Laufzeit der Restschuldversicherung lässt sich an den Tilgungsplan anpassen. Sinkt zum Ende der Tilgung die Tilgungssumme, sinkt auch die Versicherungssumme. 

Muss der Auszahlungsbetrag versteuert werden?

Ihre Zahlungen für die Risikolebensversicherung können Sie steuerlich geltend machen. Der Auszahlungsbetrag an die Hinterbliebenen ist von der Einkommenssteuer befreit. 

Kündigung der Risikolebensversicherung

Es wird gerne darauf hingewiesen, dass eine Kündigung einfach und zeitnah möglich ist. Das verwundert nicht, denn der Rückkaufswert ist sehr gering, Sie bekommen Ihre Beiträge nicht erstattet. 

Tipp: Umwandlung in eine Kapitallebensversicherung

Haben sich die Lebensverhältnisse geändert, vielleicht weil eine Partnerschaft aufgelöst ist, kann die Risikolebensversicherung unter Umständen innerhalb von zehn Jahren nach Abschluss in eine Kapital­lebens­versicherung umgewandelt werden. Das ist eine Alternative zur Kündigung, bei der Sie nahezu leer ausgehen. Sie retten Ihre eingezahlten Beträge.

Ist die Risikolebensversicherung gar an einen Kredit gekoppelt, den Sie mit der Bank abgeschlossen haben, ist eine Kündigung problematisch. Die Bank ist dann in der Regel als Begünstigte in dem Versicherungsvertrag festgelegt. Sie brauchen also die Zustimmung der Bank, wenn sie kündigen wollen. Zudem geht eine eventuell integrierte Berufsunfähigkeitsversicherung verloren.

Welche Alternativen gibt es zur Kündigung?

Bevor Sie Ihre Versicherung kündigen, sollten Sie sich über Ihre weiteren Optionen informieren. Alternativen zur Kündigung, die auf Antrag möglich sind, wären:

  • Versicherungssumme verringern: Damit verringern Sie auch die Beiträge, die Sie leisten müssen.
  • Pausieren mit den Beitragszahlungen: Das ist in der Regel erst nach zwei Jahren möglich. Es verringert sich dann der Leistungsanspruch und es werden Kosten berechnet.
  • Versicherungssumme stunden: Der Versicherungsschutz bleibt bestehen, die gestundeten Beträge müssen komplett nachgezahlt werden.
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