Anrufe bei Hotlines sind nicht durch Flatrates abgedeckt, auch nicht durch Allnet-Flats. Die Preise müssen Ihnen vor Beginn des Gesprächs allerdings klar genannt werden. Sind Sie bereits Kunde und haben Rückfragen, darf das Unternehmen Ihnen dafür keine gesonderten Telefonkosten berechnen

Wegweisendes Urteil zu kostenpflichtigen Hotlines

Zu Anrufen bei Kundendiensten, hat der Europäischen Gerichtshofs (EuGH) ein klares Urteil gefällt: Kosten in Höhe von 0,14 EUR aus dem Festnetz sowie 0,42 EUR pro Minute aus dem Mobilfunknetz sind unangemessen. Ein Telefonat mit dem Kundendienst darf nicht mehr kosten, als ein gewöhnlicher Anruf über das Festnetz.

Allerdings ist dies an die Voraussetzung geknüpft, dass Sie Kunde bei dem Unternehmen sind, das Sie anrufen, und Ihre Fragen sich auf Vertragssachen beschränken. Zum Beispiel: Wenn Sie einen Vertrag widerrufen wollen. Dann dürfen Ihnen keine Kosten entstehen.

Ausgenommen von dem Verbot bleiben Bestell- und Buchungshotlines sowie Informations-, Beratungshotlines und andere. 

Hinweis: 0800-Nummer ist immer kostenlos

Eine Rufnummer, die mit 0800 beginnt, ist immer kostenfrei. Ob aus dem Festnetz oder vom Handy: Telefonate, die mit dieser Nummer beginnen, kosten Sie nichts. 

Gibt es eine Informationspflicht der Anbieter bei der Nutzung von Sonderrufnummern?

Die Bundesnetzagentur hat klare Regelungen getroffen und verbraucherschützende Vorgaben zum mobilen Bezahlen über die Mobilfunkrechnung festgelegt.

Sie hat Rufnummernbereiche definiert, für die eine Preisangabepflicht besteht (§ 66a Telekommunikationsgesetz). Zu diesen Rufnummernbereichen zählen natürlich die 0900-Nummern, aber auch die 0137-Nummern als auch die 0180-Nummern.

Rufen Sie also eine Sonderrufnummer an, müssen Sie über die Kosten aufgeklärt werden und zwar noch ehe das Gespräch auf der anderen Seite angenommen worden ist. Die Aufklärung selber darf Ihnen nicht in Rechnung gestellt werden. Sie können während der Ansage auflegen, es sind dann keine Kosten entstanden.

Das Festhängen in Warteschleifen darf Ihnen schon seit 2013 nicht mehr berechnet werden. 

Das berechnen kostenpflichtige Hotlines und Sonderrufnummern

0180-Nummern sind nicht ortsgebunden, die Preise inzwischen alles andere als nachvollziehbar. Anfangs waren Sie noch nach den alten Zeittakt-Tarifen orientiert, als ein Telefon zur „Nebenzeit“ günstiger war, als eines zur „Hauptzeit“, „Regionalgespräche“ günstiger waren als „Ferngespräche“. Diese Ordnung ist nun hinfällig. Inzwischen wird diese Rufnummerngasse für Hotlines verwendet.

Anrufe aus dem Festnetz:

Anrufe vom Handy: Maximal 0,42 EUR pro Minute.  Die 0137-Nummern werden häufig für Televoting, Quizsendungen und TV-Gewinnspielen verwendet. Für die Sender sind die Anrufe selbst dann lukrativ, wenn Ansagedienste mitteilen, dass es diesmal leider nicht gereicht hat. 0,50 EUR kann selbst so ein Anruf kosten. 

Hotlines und Sonderrufnummer umgehen

Auf der Seite www.0180.info können Sie Ersatzrufnummern finden, die von unterstützenden Nutzern zusammengesucht wurden. Haben Sie es mit einer kostenpflichtigen Sonderrufnummer zu tun, die Sie nicht anwählen wollen, besteht eine gute Chance die Direktwahl zu dem gesuchten Unternehmen herauszubekommen und anschließend kostenfrei (bei einer Flat) den beanspruchten Service zu erhalten.

Einige der Rufnummern mögen veraltet sein, aber es kommen stetig neue hinzu. Geben Sie auf der www.0180.info den Namen des Unternehmens ein, mit dem Sie in Verbindung treten wollen und suchen sich die entsprechende Rufnummer aus. 

Hinweis: Sind alle Hotlines kostenpflichtig?

Zur Erinnerung, falls man es aus dem Blick verliert: Auch der Polizei-Notruf 110, Behörden-Hotline mit 115 oder die Nummer des ärztlichen Notdienstes 116-117 sind Hotlines. Aber natürlich sind sie allesamt kostenlos. 

Haben Sie einen Anspruch auf Rufnummernsperre?

Als Verbraucher steht Ihnen ein Sperrungsanspruch zu. Das hat die Bundesnetzagentur noch einmal deutlich gemacht (§ 45 d Abs. 2 TKG). Telefonnummern können Sie auch am eigenen Telefon sperren, was meistens nicht ohne Anleitungen geht: Zu finden auf der Websites Ihres Anbieters.

Folgende Sperrungen können Sie selber vornehmen, ohne mit Ihrem Anbieter in Kontakt treten zu müssen:

  • manuelles Telefonsperren am Endgerät
  • mit der Fritz-Box und mit anderen Routern lassen sich Rufnummern sperren
  • beim Handy lässt sich in der Anruferliste über das Informationssymbol die Rufnummer sperren, sofern Sie angerufen worden sind. Gesendete oder empfangene Nachrichten werden nicht zugestellt. Außerdem erhält der Kontakt keine Mitteilung darüber, dass sein Anruf oder seine Nachricht blockiert wurde.

Bei den meisten großen Anbietern, können Sie auf der Nutzerseite nach dem Login die Rufnummernbereiche 0900, 0137, 0180 sperren.

Hinweis: Kosten für 032-Nummern

032-Nummern sind ortsunabhängig vergebene Nummern von VoIP-Anbietern. Ein Anruf bei einer 032-Nummer ist nicht durch eine Flatrate abgedeckt. Die Kosten für Ihren Anruf werden in aller Regel angesagt.