Alkohol im Straßenverkehr führt nach wie vor zu zahlreichen Unfällen. Vor allem junge Menschen setzen sich auffallend häufig alkoholisiert hinter das Steuer. Wegfahrsperren sollen das verhindern. Diese führen dazu, dass die Zündung gar nicht erst anspringt, sobald der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht.

System überprüft Fahrer vor Fahrtbeginn

In den USA gibt es bereits seit den 1980er Jahren die sogenannten Alkolock-Systeme. In 32 Staaten sind Autofahrer, die mit Alkohol am Steuer erwischt wurden, zum Einbau dieses Systems verpflichtet. Anhand dessen wird vor Fahrtbeginn überprüft, ob der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht.

Dafür muss der Fahrer in ein Gerät pusten, das dem Handteil eines Funkgeräts ähnlich sieht. Unter dem Armaturenbrett wird ein Steuergerät eingebaut, welches die Daten aufzeichnet. Ergibt der Test, dass der Fahrer unter Alkoholeinfluss steht, springt der Motor nicht an.

System in einigen Ländern schon seit mehreren Jahren im Einsatz

In Schweden wurden bereits vor 10 Jahren rund 80.000 Fahrzeuge mit dem Alkolock-System ausgestattet. Unter anderem vom Busunternehmen und Speditionen. Nach erfolgreichen Tests gehören die entsprechenden Geräte nun zur Standardausrüstung in allen Behördenfahrzeugen.

In Finnland und Frankreich werden die Wegfahrsperren beispielsweise auch in Schulbussen eingebaut. Auch in Deutschland werden sie schon von einigen Busunternehmen sowie Gefahrgutspeditionen auf freiwilliger Basis genutzt.

Regelmäßige Kontrolle soll Manipulation verhindern

Die Unfallforschung der Versicherer (UDV) plant die Wegfahrsperre präventiv zur Pflichtausstattung bei allen Neufahrzeugen in Europa zu machen. Das Problem: Das Gerät ist nicht günstig. Der nachträgliche Einbau kostet derzeit zwischen 2.000 und 3.000 EUR. Allerdings sollen sie sehr zuverlässig und auch nicht einfach zu manipulieren sein.

Fahrer müssen nämlich nicht nur zu Beginn in das Gerät pusten, sondern in regelmäßigen Abständen. Untersuchungen aus den USA und Kanada ergaben zudem, dass es äußerst selten zu Manipulationsversuchen komme.

Alkohol im Straßenverkehr bleibt ein Problem

Im vergangenen Jahr ergab eine Polizeikontrolle in Hessen, dass rund jeder sechste LKW-Fahrer unter Alkoholeinfluss stand. Das Hauptproblem seien jedoch weniger die Berufskraftfahrer. Vielmehr seien es die Gewohnheitstrinker, die sich ihre Situation schönreden und sich alkoholisiert hinter das Steuer setzen, so der Leiter der UDV, Siegfried Brockmann.

Hinweis: Junge Menschen fahren häufiger mit Alkohol im Blut

Die Auswertung ergab zudem, dass der Anteil der alkoholisierten Fahrer bei den 21 bis 24-jährigen fast doppelt so hoch ist, wie bei den 25 bis 64-jährigen.

Psychologische Begleitung soll Rückfälle verringern

Erfahrungen aus Nordamerika und Australien belegen, dass die Technik ohne eine psychologische Begleitung selten zum Erfolg führt, da Betroffene häufig rückfällig werden. Die Alkolock-Programme in den Niederlanden, Belgien und Finnland sind daher an Rehabilitationsmaßnahmen gekoppelt.

EU-Staaten haben Kompromiss beschlossen

Seit Jahren wird bereits über das Für und Wider von Alkohol-Wegfahrsperren diskutiert. Ende des vergangenen Jahres haben die EU-Staaten nun beschlossen, dass ab dem Jahr 2024 alle Neuwagen, neben den bereits beschlossenen Notbrems- und Spurhalteassistenten, auch mit einer Anschlussmöglichkeit für Alkohol-Wegfahrsperren ausgestattet sein müssen. Das Gerät selbst soll allerdings nicht verpflichtend werden.

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