Mehrere Bundesländer haben Schul- und Kitaschließungen beschlossen. So soll die weitere Verbreitung von Covid-19 verlangsamt werden. Das stellt berufstätige Eltern vor enorme Probleme. Denn wer betreut nun die Kinder, wenn sie zur Arbeit müssen?

Kinderkrankschreibung fällt aus

In vielen Bundesländern stehen berufstätige Eltern jetzt vor einem Betreuungsproblem. Ist ihre Betreuungseinrichtung geschlossen, können Eltern sich nicht einfach krankschreiben lassen – es sei denn, sie sind tatsächlich krank. Nicht einmal die gesetzlich vorgesehenen zehn Tage zur Betreuung kranker Kinder stehen Eltern zur Verfügung, denn hier liegt der Fall genau gleich: Die Krankenkasse zahlt nur bei Krankheitsfällen und das Kind ist ja nicht krank.

Betreuung bei Großeltern ist riskant

Bei vielen Kinderbetreuungs-Engpässen springen die Großeltern ein. Das ist aber in diesem Fall nicht ratsam, denn auch ein Kind, das keine Krankheitssymptome hat, kann Covid-19 übertragen.

Die Lungenkrankheit ist besonders gefährlich für ältere Menschen, so dass sich die Großeltern einem Risiko aussetzen, wenn sie ihre Enkel betreuen. Von Betreuung durch Großeltern wird deswegen ausdrücklich abgeraten.

Sonderregelung für Eltern in Gesundheitsberufen

Zumindest in Bayern sollen Kinder, deren Eltern in “systemkritischen Berufen” arbeiten, eine Notfallbetreuung bekommen. Für beispielsweise Ärzte oder Krankenpfleger soll es weiterhin Betreuung geben.

Haben Eltern das Recht, zu Hause zu bleiben?

Der § 616 des bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) erlaubt es Eltern, zu Hause zu bleiben, wenn sie keine andere Betreuung haben. Sie bekommen auch weiter ihr Gehalt, wenn sie nur für eine “verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit” ausfallen. In der Rechtsprechung bisher gestanden Richter Arbeitnehmer aber nur Zeiten von drei Tagen bis zwei Wochen zu. Nach dieser Zeitspanne wird es also schwierig.

Eltern sollten versuchen, so früh wie möglich mit ihrem Chef eine Lösung zu finden. Denn sie sind weiterhin verpflichtet, ihre Arbeitsleistung zu erbringen. Wenn sie unentschuldigt bei der Arbeit fehlen, kann ihnen gekündigt werden.

Gerade in der aktuellen Situation dürften aber viele Arbeitgeber kompromissbereit sein. Für Eltern von älteren Kindern bietet sich je nach Job möglicherweise mobiles Arbeiten oder Arbeit im Home Office an. 

Home Office oder unbezahlter Urlaub

Auch ist es denkbar, dass Arbeitnehmer früh morgens oder spät abends arbeiten, solange das Kind schläft oder sie andere Betreuung haben. Andere Möglichkeiten sind das Abbummeln von Überstunden, bezahlter oder unbezahlter Urlaub. Ist das Kind tatsächlich krank, greift die übliche Regelung, nach der Eltern Anspruch auf jeweils zehn Tage jährlich zur Betreuung des kranken Kindes haben. 

Schulpflicht besteht weiterhin

Solange die Schulen geöffnet sind, gilt weiter die allgemeine Schulpflicht. Eltern dürfen ihre Kinder nicht aus Sorge vor Ansteckung zu Hause behalten. Eltern von Kita-Kindern können natürlich entscheiden, ihre Kinder nicht in die Kita zu schicken. Dann aber müssen sie sich selbst um anderweitige Betreuung kümmern. 

 

Quellen: