Neue Tests der Deutschen Umwelthilfe zeigen: Auch Volvo hat wohl Abschalteinrichtungen in seinen Diesel-Fahrzeugen verbaut. Zumindest ein Volvo-SUV überschreitet Grenzwerte massiv. Der Hersteller will davon nichts wissen.

Umwelthilfe bringt Volvo in Bedrängnis

Der Dieselskandal ist bisher untrennbar mit einem Namen verbunden: Volkswagen. VW steht im Zentrum des wohl größten Skandals in der Geschichte des deutschen Autobaus. Betroffen sind aber auch immer mehr andere Hersteller. Es geht inzwischen um Autos von:

  • Daimler
  • Audi
  • Porsche
  • BMW
  • Seat
  • Skoda

VW machte es den Verbrauchern bisher nicht leicht, ihre Rechte im Abgasskandal durchzusetzen. Ohne Gerichtsverfahren ließ man sich kaum auf Schadenersatzleistungen ein. Das Image von Volkswagen litt empfindlich. Der VW-Rivale Volvo hingegen behauptete immer, mit illegalen Abschalteinrichtungen habe man nichts zu tun.

Neue Messungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) am Diesel-SUV Volvo XC60 zeigen aber ein anderes Bild. Der schwedische Abgassaubermann hat wohl doch keine weiße Weste. Denn die Abgase sind nicht so sauber, wie der Hersteller immer beteuerte.

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Tests mit Eiswürfelbeuteln und Heizdecke

In den Außenspiegeln des 2.0-Liter Diesel-SUVs sind Temperaturfühler verbaut. Die Umwelthilfe simulierte mit diesem Sensor hohe bzw. niedrige Temperaturen. Die Tester umwickelten dazu die Außenspiegel mit Eiswürfeln oder einer Heizdecke. Im Auto konnten sie ablesen, welche Außentemperatur der Wagen jeweils maß. Das Ergebnis: Der Euro 5-Diesel überschreitet die Stickoxid-Grenzwerte schon bei neun bis 22 Grad Celsius.

Wenn der Sensor Wintertemperaturen misst, schnellen die Werte aber noch einmal deutlich in die Höhe. Erlaubt sind für den Euro 5-Diesel 180 Milligramm Stickoxid pro gefahrenem Kilometer. Bei Temperaturen von 0 bis -4 Grad liegt der tatsächliche Ausstoß aber bei bis zu 2148 Milligramm pro gefahrenem Kilometer. Das ist fast zwölf Mal höher als erlaubt.

DUH-Experte: Das ist unzulässig

Axel Friedrich von der DUH ist sich sicher: Dieser drastische Anstieg des Schadstoff-Ausstoßes liegt daran, dass es in dem Fahrzeug eine temperaturgesteuerte Abschalteinrichtung gibt. “Dies hat keine technischen Gründe und ist unzulässig,” erklärt der Emissions-Experte.

DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch fordert, jetzt die Autobauer zu Hardware-Nachrüstungen zu verpflichten. Es müssten endlich Katalysatoren in die betroffenen Fahrzeuge eingebaut werden. Wichtig sei das “Ende der im realen Straßenbetrieb weitgehend unwirksamen Software-Updates.”

Volvo weist Vorwürfe zurück

Volvo hingegen weist die Vorwürfe zurück. Im XC60 gebe es keine unzulässige Abschalteinrichtung. Man folge den gesetzlichen Vorgaben. “Alle Systeme, Kontrollfunktionen und notwendigen Schutzmechanismen,” seien regelkonform. Der schwedische Autobauer erklärte: Wir haben nie und werden auch nie irgendetwas Illegales in diese Autos einbauen.”

 

Quellen:

  • AFP