Bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann es vorkommen, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Abfindung zahlt. Viele Arbeitnehmer haben jedoch eine völlig falsche Vorstellung, wenn es um das Thema Abfindung geht. Hier erfahren Sie, was die drei größten Irrtümer im Zusammenhang mit der Abfindung sind.

1. Wenn Sie gekündigt werden, dann haben Sie in jedem Fall einen Anspruch auf eine Abfindung

Gleich vorweg, Sie haben als Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine Abfindung. Die Abfindung stellt eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers dar. Wenn der Arbeitgeber Ihnen also keine Abfindung zahlen möchte, dann können Sie dies auch nicht vor Gericht durchsetzen. 

In einigen Ausnahmen haben Sie als Arbeitnehmer jedoch einen Anspruch auf eine Abfindung: 

  • Vor dem Arbeitsgericht wird festgestellt, dass es für Sie unzumutbar wäre, das Arbeitsverhältnis fortzuführen. In solchen Fällen wird Ihnen als Arbeitnehmer dann eine Abfindung zugesprochen, welche auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers durchsetzbar ist.
  • Auch aus Tarifverträgen oder Sozialplänen könnte sich ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung ergeben.
  • Hat Ihr Arbeitgeber in der Vergangenheit freiwillig und gewohnheitsmäßig bei einer Kündigung eine Abfindung gezahlt, dann spricht man von einer betrieblichen Übung. Auch hieraus kann sich ein Anspruch auf Zahlung einer Abfindung begründen.
  • Wurde eine Abfindungszahlung im Arbeitsvertrag vereinbart, dann haben Sie natürlich ebenfalls einen Anspruch auf Zahlung einer Abfindung. 

2. Abfindungen sind steuerfrei

Dieser Irrtum beruht auf einer veralteten Regelung. Vor einigen Jahren gab es nämlich noch steuerliche Freibeträge bei einer Abfindung. Für die Abfindung müssen zwar keine Sozialversicherungsbeiträge gezahlt werden, sie unterliegt aber der Lohn- und Einkommensteuer. 

Es gibt jedoch steuerrechtliche Möglichkeiten, die Steuerzahlung so gering wie möglich zu halten. Hierzu sollten Sie ggf. Ihren Steuerberater aufsuchen und sich entsprechend beraten lassen. 

3. Wenn Sie sich auf eine Abfindung geeinigt haben, dann muss der Arbeitgeber in jedem Fall zahlen

Weiterhin denken viele Arbeitnehmer, dass wenn man sich erst einmal auf eine Abfindung geeinigt hat, der Arbeitgeber diese auch zahlen muss. Doch gibt es auch Umstände, die dazu führen, dass Ihnen Ihre Abfindung im wahrsten Sinne des Wortes wieder flöten geht. 

  • Insolvenz des Arbeitgebers

Sie haben beispielsweise mit dem Arbeitgeber vereinbart, dass dieser Ihnen nach Ablauf der Kündigungsfrist eine Abfindung zahlt. Doch für die Zahlung einer Abfindung muss auch Geld vorhanden sein.

Ist Ihr Arbeitgeber pleite und muss ein Insolvenzantrag stellen, dann können Sie Ihren Anspruch nicht mehr gerichtlich geltend machen. Vielmehr müssen Sie Ihre Forderung zur Insolvenztabelle anmelden. Die vollständige Abfindungssumme werden Sie hierdurch jedoch niemals erhalten. 

  • Fristlose Kündigung

Ein anderer Grund, warum die Abfindung genauso schnell wieder weg sein kann, könnte sogar in Ihrem Verhalten liegen. Kündigt Ihnen der Arbeitgeber fristlos, dann ist nach überwiegender Rechtsprechung auch Ihre vorher vereinbarte Abfindung verloren.

Diese soll ja gerade eine Entschädigung für den Verlust des Arbeitsplatzes darstellen. Haben Sie den Verlust aber selbst verursacht, dann entfällt somit auch die Grundlage für eine Abfindung.