Die Verantwortung, pünktlich am Arbeitsplatz zu erscheinen, liegt logischerweise beim Arbeitnehmer. Doch wie verhält es sich eigentlich, wenn beispielsweise ein Sturm den Weg zum Arbeitsplatz erschwert? Müssen Arbeitnehmer auch dann pünktlich sein, oder dürfen sie sogar zu Hause bleiben?

Arbeitnehmer tragen Wegerisiko

Unwetter wie das aktuelle Sturmtief „Sabine“ können den Weg zur Arbeit erheblich erschweren. Zugstrecken werden gesperrt, Flüge gestrichen und Straßen müssen aufgrund umgefallener Bäume weiträumig umfahren werden. Die unangenehme Folge: Die geplante Route nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch, als zunächst erwartet.

Sind Arbeitnehmer in solchen unkalkulierbaren Situationen dennoch verpflichtet, pünktlich an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen? Die Antwort lautet Ja. Denn Arbeitnehmer tragen ein sogenanntes Wegerisiko.

Hinweis: Was beinhaltet das Wegerisiko?

Kurz gesagt: Das Wegerisiko bedeutet, dass Arbeitnehmer selbst dafür verantwortlich sind, rechtzeitig an ihrem Arbeitsplatz zu erscheinen. Kommt es dennoch zu einem verspäteten Erscheinen des Arbeitnehmers, schuldet der Arbeitgeber diesem für die ausgefallene Arbeitszeit keine Arbeitsvergütung.

Arbeitgeber in jedem Fall informieren

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer auch bei einem Unwetter an ihrem Arbeitsplatz erscheinen. Eine Ausnahme greift nur dann, wenn ausdrücklich aus meteorologischer Sicht davor gewarnt wird, das Haus zu verlassen. In so einem Fall würde eine begründete Arbeitsverhinderung vorliegen. Sprechen Sie aber in jedem Fall mit Ihrem Arbeitgeber und bleiben Sie nicht ohne vorherige Vereinbarung von der Arbeit fern. 

Homeoffice anbieten oder verlorene Zeit nachholen

Sollten Sie von einem Sturm insofern betroffen sein, dass dieser Ihnen den Weg zu Ihrer Arbeit erschwert, können Sie Ihrem Arbeitgeber anbieten stattdessen von zu Hause aus zu arbeiten oder auch die verlorene Zeit nachzuholen.

Üblicherweise haben die meisten Arbeitgeber Verständnis für ein verspätetes Erscheinen aufgrund der Nachwirkungen eines Sturms. Vor allem, wenn diese nicht vorhersehbar waren. Abmahnungen aufgrunddessen sind daher eher unwahrscheinlich.

Wiederholte Verspätungen können zur Abmahnung führen

Anders sieht es allerdings aus, wenn bestimmte Wetterbedingungen, wie beispielsweise Glatteis oder Schnee, schon seit mehreren Tagen herrschen. Ist das der Fall, kann von den Arbeitnehmern durchaus erwartet werden, dass diese mehr Zeit für ihren Arbeitsweg einplanen. Bei wiederholten Verspätungen können daher auch Abmahnungen gerechtfertigt sein.

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