Im Dieselskandal kehrt keine Ruhe ein. Ein Software-Update, das ursprünglich die Stickoxidemissionen reduzieren soll, verursacht nach Angaben des ZDFs genau das Gegenteil. Die Werte steigen nach dem Update, anstatt wie vorhergesagt zu sinken.

Update soll für bessere Stadtluft sorgen

Auf Druck der Bundesregierung versprach die deutsche Autoindustrie Maßnahmen für bessere Luft in den Städten zu ergreifen. Eine dieser Maßnahmen ist ein Freiwilliges Software-Update für Diesel-Fahrzeuge. Diese plant der Automobilhersteller Daimler auf rund drei Millionen Diesel-Fahrzeuge aufzuspielen. Die Stickoxidemissionen sollen nach Angaben des Autoherstellers dadurch um 25 % bis 30 % reduziert werden. Das hätte eine bessere Stadtluft zur Folge.

Messspezialist macht Vorher-Nachher-Vergleich

Allerdings wirft ein Abgastest nun Fragen auf. Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ begleitete kürzlich eine Abgasmessung. Durchgeführt wurde diese von dem britischen Messspezialisten „Emissions Analytics“. Das Unternehmen hat bereits über 2.000 Abgastests durchgeführt und gilt als kompetent. Getestet wurde ein Euro 5-Mercedes vor und nach dem Software-Update.

Hinweis: Grenzwert für Euro 5-Diesel im Straßenbetrieb

Der gesetzliche Grenzwert für Euro 5-Dieselautos liegt bei 180 mg/km NOx.

Schadstoffausstoß ist nach dem Update größer

Durchgeführt wurde das Update in einer Mercedes-Vertragswerkstatt. Die Teststrecke führte rund 50 Kilometer durch Stuttgart. Vor dem Update blies der Mercedes 715 mg/km Stickoxide in die Luft. Also rund das Vierfache des erlaubten Grenzwertes. Allerdings lag der Durchschnittswert nach dem Update bei 764 mg/km. Das würde bedeuten, dass der Emissionswert durch das Update sogar noch verschlechtert wird.

Verkehrsministerium kann Werte nicht nachvollziehen

Daimler wollte die aufgekommenen Fragen nicht beantworten. Allerdings bat das Unternehmen um die Herausgabe des Testfahrzeugs sowie die Rohdaten der Abgasmessung. Das Verkehrsministerium erklärte auf eine Anfrage, dass die Ergebnisse von Emissions Analytics nicht nachvollzogen werden können.

Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei Messungen des Kraftfahrtbundesamtes bei vergleichbaren Modellen eine deutliche Reduktion der Emissionswerte festgestellt worden sei.

Niedrigere Temperaturen als Begründung für höhere Emissionen

Es wurde darüber spekuliert, ob die höheren Emissionswerte möglichweise an den niedrigen Außentemperaturen gelegen haben könnten. Die Temperatur lag bei der Messung vor dem Software-Update bei 12 Grad und bei der Messung nach dem Update nur noch bei 6 Grad. Bereits in der Vergangenheit haben Autohersteller niedrigere Temperaturen als Begründung für höhere Emissionen angeführt. An kalten Tagen sei der Motos besonders zu schützen.

Dritter Abgastest soll Klarheit schaffen

Das ZDF-Magazin „Frontal 21“ begleitete daher eine weitere Abgasmessung, ebenfalls bei 12 Grad Außentemperatur. Die Einladung, die Messung zu begleiten, lehnte Daimler ab. Der Mercedes fuhr dieselbe Strecke, also erneut 50 Kilometer durch den Stadtverkehr. Wieder hat Emissions Analytics die Schadstoffe während der Fahrt gemessen. Das Ergebnis: Der Durchschnittswert lag bei 792 mg/km. Das sind 11 % mehr, als vor dem Update und mehr als das Vierfache des gesetzlichen Grenzwertes.

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