Auf die Frage: “Was möchtest du einmal werden?” antworten Kinder am häufigsten: “Polizist”. Trotzdem fehlt es der Bundespolizei derzeit an Bewerbern – zumindest an Bewerbern, die ihre strengen Einstellungskriterien erfüllen. Deswegen hat sie nun ihre Ansprüche nach unten geschraubt.

Zu viele Bewerber scheitern an Einstellungstests

853 Beamte werden 2020 in den Ruhestand gehen und gleichzeitig werden neue Stellen geschaffen, die besetzt werden wollen. 2150 Planstellen sollen allein in diesem Jahr hinzukommen.

Das sind zwar viele Stellen, doch bei 35.000 eingegangenen Bewerbungen im Jahr 2018 könnte man meinen, dass die Bundespolizei trotzdem auf genug Bewerber zurückgreifen kann. Tatsächlich aber scheitern so viele Bewerber an den Einstellungstests, dass am Ende des Auswahlverfahrens nicht genug geeignete Bewerber übrig bleiben.

Mehr Fehler im Diktat erlaubt

Als Reaktion auf dieses Problem hat die Bundespolizei nun die Anforderungen an Bewerber gesenkt. Das berichten die Zeitungen der Funke Mediengruppe. Beim Deutschtest für den mittleren Dienst beispielsweise dürfen Bewerber in Zukunft mehr Fehler im Diktat machen.

Hinweis: Gerichtsurteile zu Einstellungstests

Die Einstellungstests der Bundespolizei haben in der Vergangenheit schon häufiger die Gerichte beschäftigt. In einem Fall wollte ein Bewerber nachträglich einen Nachteilsausgleich wegen Legasthenie, andere Bewerber klagten gegen die Mindestgröße.

Bewerber müssen keine Liegestützen mehr machen

Beim Fitnesstest fallen nun die Prüfungen in Weitsprung und Liegestützen weg. Stattdessen müssen die Bewerber einen Pendellauf absolvieren. Dabei müssen sie zehn Meter insgesamt vier Mal hin und wieder zurücklaufen. Dafür haben sie etwas über zehn Sekunden Zeit.

 

Quellen:

  • AFP