Die Entfernungspauschale lässt sich nur dann voll anrechnen, wenn der tatsächlich zurückgelegte Hin- und Rückweg innerhalb eines Tages erfolgte. So lautet ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Bundesfinanzhofs.

Arbeitnehmer rechnet vollständige Entfernungspauschale an

In dem vorliegenden Fall geht es um einen Flugbegleiter. Dieser suchte regelmäßig seinen 271 Kilometer entfernten Arbeitsplatz, einen Flughafen, auf. Dies gab er auch in seiner Einkommensteuer an. Eine Prüfung dieser ergab jedoch, dass der Arbeitnehmer an 31 Tagen nicht am selben Tag zu seinem Arbeitsplatz hin und wieder zurück nach Hause fuhr. Stattdessen trat er seine Rückreise berufsbedingt erst einen oder mehrere Tage später an.

Der Mann machte jedoch auch an diesen Tagen die vollständige Entfernungspauschale von 30 Cent, als sogenannte Werbungskosten geltend.

Hinweis: Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind alle Ausgaben rund um den Job. Egal ob Fahrtkosten, Fortbildungen oder Fachbücher. Für diese Ausgaben können Sie Geld zurückbekommen. Mit Werbungskosten können Sie nämlich Steuern sparen. Bei der Fahrt zur ersten Tätigkeitsstätte erkennt das Finanzamt pro Arbeitstag jeden Kilometer der einfachen Wegstrecke als Fahrtkosten an. Pauschal mit 0,30 EUR.

Flugbegleiter darf nur die halbe Pauschale geltend machen

Für die 31 Tage, die der Flugbegleiter erst einen oder mehrere Tage nach Dienstantritt nach Hause fuhr, darf er jedoch nur eine Pauschale von 0,15 EUR je Kilometer geltend machen. Dagegen legte der Arbeitnehmer Einspruch ein. Er vertrat die Auffassung, dass die Entfernungspauschale auch dann arbeitstäglich anzusetzen sei, wenn Hin- und Rückfahrt an unterschiedlichen Tagen erfolgen. Das Einspruchsverfahren blieb ohne Erfolg.

Finanzgericht weist Klage ab

Das Finanzgericht Münster wies eine Klage ab. Der Kläger beantragte das Urteil aufzuheben und den Einkommensteuerbescheid insoweit abzuändern. Für die 31 Fahrten sei seiner Auffassung nach die gesamte Entfernungspauschale zu berücksichtigen. Doch die Revision hatte auch vor dem Bundesfinanzhof keinen Erfolg.

Bundesfinanzhof bestätigt halbe Entfernungspauschale

In einem am vergangenen Freitag veröffentlichten Urteil (Az.: VI R 42/17) stellte der Bundesfinanzhof klar: Sobald ein Arbeitnehmer die Wege zwischen Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte an unterschiedlichen Tagen zurücklegt, kann er die Entfernungspauschale für den Arbeitstag nur zur Hälfte geltend machen. In diesem Fall also in Höhe von 0,15 EUR pro Entfernungskilometer.

Hinweis: Wann wird von der ersten Tätigkeitsstätte gesprochen?

Die erste Tätigkeitsstätte ist in der Regel die ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers. Es kann auch die eines verbundenen Unternehmens oder eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten, der der Arbeitnehmer dauerhaft zugeordnet ist, sein.

Quellen: