Seit August weitet sich die Liste der internationalen Risikogebiete wieder aus. Nach Reisen ins Ausland kann das Gehalt aktuell gefährdet sein. Folgende Regeln gelten für Urlauber und Dienstreisende.

Darf der Arbeitgeber nach dem Reiseziel fragen?

Für gewöhnlich geht es Arbeitgeber nichts an, wie und wo Mitarbeiter ihre Urlaube verbringen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Frage nun jedoch zulässig. Der Grund: Der Arbeitgeber trägt eine Fürsorgepflicht. Diese betrifft auch die Gesundheit der Kunden und Kollegen. Aufgrund der Corona-Situation ist diese Pflicht aktuell höher zu bewerten als die Persönlichkeitsrechte der Arbeitnehmer.

Arbeitnehmer müssen wahrheitsgemäß antworten

Der Arbeitgeber kann einem Arbeitnehmer eine Reise nicht verbieten, allerdings muss er im Zweifel organisatorische Maßnahmen aufgrund einer möglichen Quarantäne-Situation von Arbeitnehmern treffen. Betriebsabläufe müssen beispielsweise aufrechterhalten und Aufgaben neu verteilt werden. Um dem vorzubeugen, darf die Frage nach dem Reiseziel daher auch vor Urlaubsantritt gestellt werden. Arbeitnehmer müssen ihr Reiseziel wahrheitsgemäß benennen.

Keine Vergütung während Quarantäne

In dem Fall, dass Arbeitnehmer ein Risikogebiet besucht haben, müssen sie entweder am Zielort oder bei der Einreise nach Deutschland einen Corona-Test durchführen. Soweit kein negatives Ergebnis vorliegt, müssen sich Reisende in eine 14-tägige häusliche Quarantäne begeben.

Können Arbeitnehmer während der Quarantäne nicht arbeiten, etwa weil eine Tätigkeit im Homeoffice nicht möglich ist, erhalten diese für den Zeitraum keine Vergütung. Das gilt für private Urlaubsreisen.

Hinweis: Kein Vergütungsanspruch nach Reise in Risikogebiet

Konkret heißt das: Ist bereits vor Reiseantritt bekannt, dass es sich bei dem Ziel um ein vom RKI eingestuftes Risikogebiet handelt, besteht kein Vergütungsanspruch nach  § 616 BGB.

Lohnanspruch entfällt auch bei Krankschreibung

Auch im Fall einer Erkrankung an dem Corona-Virus während des Urlaubs entfällt der Anspruch auf Lohnfortzahlung für die Zeit nach der Rückkehr. Die Reise in ein bekanntes Risikogebiet wird als „Verschulden gegen sich selbst“ bewertet.

Hat das RKI das Reisegebiet erst während der Reise zum Risikogebiet erklärt, gilt etwas anderes. Sowohl für den Zeitraum der Quarantäne wie auch im Fall einer Erkrankung besteht weiterhin der Vergütungsanspruch.

Hinweis: Welche Regel gilt, wenn Sie im Ausland festsitzen?

Der Arbeitnehmer trägt grundsätzlich ein Wegerisiko. Sitzt er im Ausland fest und kann die Arbeit deshalb nicht rechtzeitig aufnehmen, entfällt der Vergütungsanspruch.

Bei Dienstreisen bleibt Vergütungsanspruch bestehen

Im Fall einer Dienstreise in ein Risikogebiet besteht der Vergütungsanspruch während der anschließenden Quarantäne, anders als bei der Urlaubsreise, fort. Auch dann, wenn der Arbeitnehmer seine Tätigkeit nicht aus dem Homeoffice erledigen kann.

So vermeiden Sie eine vergütungslose Quarantäne-Zeit trotz Reise in ein Risikogebiet:

  • Arbeitnehmer sollten ihr Equipment am letzten Arbeitstag vorsorglich mit nach Hause nehmen, um gegebenenfalls nach der Reise von dort aus arbeiten zu können.
  • Arbeitgeber sollten Arbeitnehmer rechtzeitig auf Aussetzen des Vergütungsanspruchs bei Reise in ein Risikogebiet hinweisen.

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