Um während der Corona-Krise über die Runden zu kommen, melden zunehmend mehr Unternehmen Kurzarbeit an. Die Landwirtschaft hingegen fürchtet derzeit um Erntehelfer, die für gewöhnlich zu großen Teilen aus dem Ausland kommen.

Viele Beschäftigte in Kurzarbeit aufgrund der Corona-Krise

Die Bundesregierung rechnet derzeit mit rund 2,35 Millionen Beschäftigten, die aus konjunkturellen oder saisonalen Gründen Kurzarbeitergeld beziehen werden. Kurzarbeit bedeutet, dass für einen Teil der Beschäftigten oder alle Beschäftigte eines Unternehmens nicht mehr ausreichend Arbeit vorhanden ist.

Deutlich weniger Gehalt für Betroffene

Folglich muss die Arbeit vorübergehend verringert oder auch ganz eingestellt werden. Um Kündigungen zu verhindern, kann das Kurzarbeitergeld beantragt werden. Das entspricht in etwa dem Arbeitslosengeld. Gezahlt wird es vom Betrieb, der es wiederum von der Arbeitsagentur erstattet bekommt.

Hinweis: Sie wurden von Ihrem Arbeitgeber in die Kurzarbeit geschickt?

Sofern Sie von Ihrem Arbeitgeber in die Kurzarbeit geschickt wurden oder Sie sogar eine betriebsbedingte Kündigung erhalten haben, sollten Sie die entsprechende Vereinbarung unbedingt einem Anwalt vorlegen.

Landwirtschaft bangt um Saisonarbeiter

Während viele Arbeiter um ihre Jobs fürchten, fürchtet die Landwirtschaft derzeit um Erntehelfer. Im April läuft die Spargelsaison an, kurz darauf müssen die Erdbeeren geerntet werden. Noch ist es nicht ausgeschlossen, dass Helfer aus beispielsweise Rumänien doch noch einreisen. Die Landwirtschaftsverbände befinden sich derzeit im Gespräch mit der Bundesregierung.

Landwirtschaft startet Hilferuf

Auf diversen Portalen bitten Landwirte nun um helfende Hände. Schon nach kurzer Zeit haben sich zahlreiche Menschen gemeldet. Unter anderem Studenten, Selbstständige und auch Kurzarbeiter. Am Bodensee sei es nach Angaben des Geschäftsführers des Maschinenrings Tettnang, Hubert Hengge, bereits zum Abschluss von Arbeitsverträgen gekommen. Auch in anderen Regionen werden Menschen aufgefordert zu helfen. Für Kurzarbeiter ergibt sich die Frage: Rentiert sich ein Nebenjob für mich?

Ist ein Nebenjob für einen Kurzarbeiter ratsam?

Ob ein Hinzuverdienst aus einem weiteren Job Auswirkungen auf die Höhe des Kurzarbeitergeldes hat, hängt entscheidend davon ab, wann der Nebenjob aufgenommen wurde. Nach der Darstellung des Ministeriums ist ein Nebenjob dann unproblematisch, wenn die Tätigkeit schon vor Beginn der Kurzarbeit ausgeführt wurde.

Hinweis: Zusatzverdienst wirkt sich auf Kurzarbeitergeld aus

Wurde ein Nebenjob erst während der Kurzarbeit aufgenommen, wird der Extraverdienst auf das Kurzarbeitergeld angerechnet.

Zusätzliche Einnahmen werden bei Berechnung berücksichtigt

Bei Kurzarbeitern, die einen Nebenjob aufnehmen, während sie bereits das Kurzarbeitergeld beziehen, gilt: Das aus dem Nebenjob erzielte Gehalt wird bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes berücksichtigt. Folglich wird es dem erzielten Entgelt aus der Hauptbeschäftigung hinzugerechnet.

Beispiel: Infolge der Kurzarbeit verdient ein Arbeitnehmer in seiner Hauptbeschäftigung statt 3.500 EUR monatlich, noch 2.000 EUR brutto. Für die Berechnung des Kurzarbeitergeldes ist nun die Ausgangsgröße zwischen Istentgelt (2.000 EUR) und Sollentgelt (3.500 EUR) entscheidend. In diesem Fall also 1.500 EUR.
Nimmt der Arbeitnehmer nun einen 450 EUR Job auf, wird das Einkommen dem Istentgelt hinzugerechnet. Das Kurzarbeitergeld vermindert sich demnach auf 1.050 EUR.

Weitere hilfreiche Informationen können Sie unserem Ratgeber zum Thema Kurzarbeit entnehmen. Erfahren Sie unter anderem, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen und welche verschiedenen Formen des Kurzarbeitergeldes es gibt.

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Quellen: