Aufgrund der Corona-Krise soll das Arbeitszeitgesetz gelockert werden. Folglich werden sowohl längere Arbeitszeiten wie auch das Arbeiten an Sonn- und Feiertagen ermöglicht werden.

Längere Arbeitszeiten und kürzere Ruhepausen

Aufgrund der Corona-Pandemie plant die Bundesregierung für bestimmte systemrelevante Berufe Abweichungen vom Arbeitszeitgesetz. Wie das Handelsblatt am heutigen Dienstag aus einem Referentenentwurf für eine Covid-19-Arbeitszeitverordnung zitierte, soll damit eine weitere Maßnahmen zur Bewältigung dieses außergewöhnlichen Notlage geschaffen werden. 

Für eine befristete Zeit sollen daher längere Arbeitszeiten sowie kürzere Ruhepausen möglich sein. Zudem soll auch die Beschäftigung von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern an Sonn- und Feiertagen ermöglicht werden.

Hinweis: Was beinhaltet das Arbeitszeitgesetz?

Im Arbeitszeitgesetz sind, wie der Name schon sagt, alle Regeln rund um die maximale Arbeitszeit von Arbeitnehmern geregelt. In dem Gesetz ist ebenfalls festgelegt, welche Ruhezeiten und Pausen einzuhalten sind. Normalerweise ist eine maximale Arbeitszeit von acht Stunden erlaubt. 

Regelung soll vorerst bis Ende Juni gelten

Gelten soll die Verordnung zunächst bis Ende Juni. Dem Entwurf ist ebenfalls zu entnehmen, dass die Arbeitszeit in bestimmten Berufen auf bis zu zwölf Stunden verlängert werden kann. Dies gelte jedoch nur, wenn die längere Arbeitszeit nicht vermieden werden kann. Etwa durch Einstellungen oder vorausschauende organisatorische Maßnahmen. Ferner könne die tägliche Ruhezeit von elf auf neun Stunden verkürzt werden.

Welche Berufe sind betroffen?

Dem Bericht zufolge gilt die befristete Regelung bezüglich der längeren Arbeitszeit für Beschäftigte:

  • in der Herstellung,
  • in der Verpackung und
  • beim Einräumen von Waren des täglichen Bedarfs.

Des Weiteren werden auch die Landwirtschaft, die Energie- und Wasserversorgung, Apotheken und Sanitätshäuser, Geld- und Werttransporte sowie das Daten- und Netzwerkmanagement in der Verordnung aufgeführt. Auch diese Arbeitnehmer dürfen an Sonn- und Feiertagen beschäftigt werden.

Hinweis: Ausnahmen sind in Krankenhäusern ohnehin erlaubt

Das Arbeitszeitgesetz lässt jetzt schon weitreichende Ausnahmen für beispielsweise Ärzte, Pflegepersonal und Feuerwehr zu. Das ist in den Paragraphen 9 und 10 des Arbeitszeitgesetzes geregelt.

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