Kaufen bzw. mieten Sie eine Immobilie, welche Ihnen durch einen Makler vermittelt wurde, dann erhebt dieser hierfür eine Gebühr. Wie hoch diese Gebühr, auch Maklercourtage genannt, ausfällt und wer für diese Kosten eigentlich aufkommen muss, ist eine Frage, die sich viele beim Kauf oder Anmietung einer Immobilie stellen. 

Wann kommt ein Maklervertrag zustande?

Wenn Sie eine Immobilie mieten möchten, dann muss der Maklervertrag und die anfallende Maklercourtage in Textform abgeschlossen werden. Etwas anderes gilt beim Kauf einer Immobilie. Hier kann der Maklervertrag auch durch schlüssiges Verhalten, z.B. durch die Anforderung des Exposés und Vereinbarung eines Termins, geschlossen werden. 

Hinweis: Makler muss auf Provision hinweisen

Da Sie als Käufer jedoch nicht immer davon ausgehen müssen, dass durch die Beauftragung des Maklers auch eine Provision fällig wird, hat der Makler die Pflicht, Sie über die anfallenden Kosten hinzuweisen. Dies kann entweder in der Internetanzeige oder im Exposé erfolgen. 

Wann fällt eine Maklercourtage überhaupt an?

Die Maklercourtage wird dann fällig, wenn der Makler seinen Auftrag erfolgreich abgeschlossen hat, sprich wenn der Kauf- oder Mietvertrag abgeschlossen wurde. Wichtig ist auch, dass die Tätigkeit des Maklers ausschlaggebend dafür war, dass Sie sich genau für diese Immobilie entschieden haben. 

Wer muss für die Maklercourtage aufkommen?

Für die Maklerprovision bei einer Vermietung gilt das Bestellerprinzip. Nach dem Bestellerprinzip ist der Makler daher vom Eigentümer der Immobilie zu bezahlen, sofern dieser von dem Eigentümer beauftragt wurde. Diese Kosten dürfen im Nachhinein auch nicht auf den Mieter umgelegt werden. Diese Regelung gibt es seit dem Jahr 2015. Vor diesem Zeitpunkt musste der Mietinteressent für die Kosten des Maklers aufkommen. 

Beim Kauf einer Immobilie gilt nun seit 2020 eine Regelung für alle Bundesländer. Für die Kosten des Maklers kommen der Käufer und der Verkäufer nun zu gleichen Teilen auf. 

Wie hoch darf die Maklercourtage ausfallen?

Für Mieter darf die Maklercourtage nicht mehr als zwei Monatskaltmieten zuzüglich Mehrwertsteuer betragen. Wenn der Vermieter den Makler beauftragt, ist die Höhe der Maklercourtage frei verhandelbar. Der zukünftige Mieter zahlt in diesem Fall nichts. 

Wie hoch die Maklercourtage bei einem Immobilienverkauf ist, ist nicht gesetzlich geregelt. Es wird in diesem Fall meist ein fester prozentualer Anteil am tatsächlichen Kaufpreis vereinbart. Dieser fällt je nach Bundesland unterschiedlich aus, liegt jedoch meist im Rahmen zwischen drei und sieben Prozent.

Für die Bundesländer gilt folgender Prozentsatz:

Kann die Maklercourtage steuerlich abgesetzt werden?

Die Maklercourtage kann dann steuerlich geltend gemacht werden, wenn ein Veräußerungsgewinn vorliegt und dieser steuerpflichtig ist. Ein Veräußerungsgewinn ist der Unterschied zwischen den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und dem Verkaufspreis. 

Steuerpflichtig ist dieser, wenn die Immobilie zum Betriebsvermögen gehörte. Gehörte die Immobilie zum Privatvermögen, dann kann die Courtage nur steuerlich geltend gemacht werden, wenn die Immobilie vermietet wurde und sich nicht länger im Eigentum des Verkäufers befand. Oder aber wenn der Verkäufer die Immobilie im Veräußerungsjahr und in den zwei Jahren davor nicht ununterbrochen selbst genutzt hat.