Der Streitatlas 2019 ist erschienen. Die groß angelegte Studie untersucht das Verhalten der Deutschen im Bezug auf Rechtsstreitigkeiten und zeigt: Im Norden und Westen wird am meisten gestritten. Am streitlustigsten sind die Einwohner von Coesfeld. Hier kommen 32,89 Streitfälle auf 100 Einwohner.

Streits dauern oft ein Jahr und länger

Im Durchschnitt kommen in Deutschland 24,7 Streitfälle auf 100 Einwohner. Fast die Hälfte der Streitigkeiten dauert länger als ein Jahr. Die Deutschen streiten also immer verbissener und sind weniger bereit, Streits beizulegen. Am meisten Rechtskonflikte gibt es bei den Themen

  • Verkehrsunfälle
  • Mieten
  • und Wohnen.

Häufig werden aber auch Konflikte im familiären Bereich oder mit dem Arbeitgeber mit anwaltlicher Hilfe ausgetragen.

2 Millionen Konfliktfälle ausgewertet

Die Studie hat Advocard nun zum dritten Mal durchgeführt und dafür 2 Millionen Streitfälle ausgewertet. Die regionale Auswertung zeigt: Männer neigen eher dazu, Konflikte mit Hilfe eines Rechtsanwalts zu lösen. Fast überall führen Männer über 60 % (mancherorts auch über 70 %) der Rechtsstreitigkeiten, auf Frauen entfallen nur rund 30 %.

Hinweis: Diese Altersgruppe streitet am häufigsten

Besonders auf Krawall gebürstet sind 46- bis 55-Jährige. Rund ein Viertel bis ein Drittel aller Konflikte werden von dieser Altersgruppe ausgetragen. Auch auffällig: Fast immer geht es um verhältnismäßig kleine Streitwerte bis zu 2.000 EUR.

Norden und Westen sind am streitfreudigsten

Insgesamt gibt es im Norden und im Westen von Deutschland die meisten Konflikte. In

  • Remscheid
  • Oldenburg
  • und Mönchengladbach

hatten 2019 mehr als 32 von 100 Einwohnern einen Rechtsstreit. Spitzenreiter ist Coesfeld mit 32,89 Streitfällen pro 100 Einwohner.

Auch in den Metropolen Berlin und Hamburg gab es mehr als 28 Konflikte pro 100 Einwohner. Im Vergleich dazu stritten sich nur rund 27 von 100 Stuttgartern oder Münchener. Am friedlichsten ging es im niederbayerischen Regen zu: Hier gab es nur 13,02 Streitfälle pro 100 Einwohner.

Seit 2013 immer mehr Konflikte

Bereits 2013 und 2017 hatte Advocard das Streitverhalten der Deutschen untersucht. Beim Vergleich zwischen den Jahren fällt auf: 2016 gab es mit 25,1 Streitfällen pro 100 Einwohner insgesamt am meisten Streit.

Im Jahr 2019 gab es aber mit 24,7 Streitfällen pro 100 Einwohner nur etwas weniger Konflikte. Das Jahr 2013 erscheint im Vergleich mit 22,3 Streitfällen pro 100 Einwohner geradezu friedlich. Die Verteilung der Streithäufigkeiten war aber ähnlich: Der Süden war am friedlichsten, im Norden und Westen gab es am meisten Auseinandersetzungen.

 

Quelle:

Generali-Streitatlas