Die Corona-Krise hat die Wirtschaft fest im Griff. Nachdem es mit der Beschäftigung lange bergauf ging, gehen Experten nun von einem drastischen Wachstum der Arbeitslosigkeit aus.

Zahlreiche Entlassungen vermutet

Hunderttausende Unternehmen haben bereits Kurzarbeitergeld beantragt. Allerdings reicht diese Maßnahme für viele nicht aus, um die Krise zu überstehen. Folglich wurden schon viele Mitarbeiter entlassen. Es ist zu erwarten, dass in naher Zukunft zahlreiche weitere Entlassungen folgen werden.

Arbeitslosenzahl wird drastisch steigen

Das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) befragte rund 9.000 Unternehmen zu ihrer Beschäftigungsplanung für die nächsten drei Monate. Die Antworten ergaben, dass es Dienstleister besonders schwer treffen werde. Ebenso den Handel, Supermärkte ausgenommen. Arbeitsagenturen gehen derzeit von einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um etwa 30 % aus. Das wären rund drei Millionen Menschen.

Hinweis: Experten vermuten Rückgang in zweiter Jahreshälfte

Trotz der derzeit schlechten Prognosen, wird dennoch davon ausgegangen, dass rund die Hälfte des Anstiegs in der zweiten Jahreshälfte wieder wettgemacht werde.  

Gehaltsverzicht als Alternative zur Kurzarbeit

Eine weitere Möglichkeit, um Lohnkosten zu senken und ein Unternehmen damit zu retten, ist der Gehaltsverzicht der Mitarbeiter.

Achtung: Vorschriften beachten

Es gibt rechtliche Hürden, die Arbeitnehmer und Arbeitgeber kennen sollten.

Grundsätzlich ist es Arbeitgebern erlaubt, ihren Mitarbeitern den Gehaltsverzicht vorzuschlagen. Dabei sind zwei unterschiedliche Varianten möglich:

  • Gehaltsverzicht
  • Gehaltsstundung

Was bedeutet Gehaltsverzicht?

Wie der Name schon sagt, verzichtet der Mitarbeiter bei einem Gehaltsverzicht auf einen Teil seines Gehalts. Dieses wird ihm auch zu einem späteren Zeitpunkt nicht zurückgezahlt. Ein Verzicht ist vor allem dann sinnvoll, wenn der Umsatz wegbricht und auch in den kommenden Monaten nicht aufgeholt werden kann.

Wichtig ist dabei, dass das Nettogehalt nicht gleichermaßen betroffen ist, wie das Bruttogehalt, da weniger Steuern abgeführt werden müssen. Allerdings nimmt der Arbeitnehmer Einbußen im Hinblick auf die Einzahlung in die Rentenversicherung und die betriebliche Altersvorsorge hin.

Was bedeutet Gehaltsstundung?

Bei einer Gehaltsstundung vereinbaren der Arbeitgeber und seine Mitarbeiter ebenfalls auf einen Teil des Gehalts zu verzichten. Anders als bei dem Gehaltsverzicht, bekommen die Mitarbeiter in diesem Fall ihr Geld jedoch zu einem späteren Zeitpunkt ausgezahlt. Eine Stundung ist dann sinnvoll, wenn der Liquiditätsengpass nur vorübergehend zu sein scheint.

Was passiert, wenn das Unternehmen nach Ablauf der Frist nicht zahlen kann?

Im Fall einer Stundung wird direkt zu Beginn festgelegt, wann die Mitarbeiter ihr Geld zurückbekommen. Sollte das Unternehmen zum abgemachten Zeitpunkt nach wie vor nicht die Möglichkeit haben, den Mitarbeitern das versprochene Geld zurückzuzahlen, sind sie erneut auf deren Wohlwollen angewiesen. Denn die Zahlung kann nur erneut aufgeschoben werden, wenn die Mitarbeiter damit einverstanden sind. Sind sie es nicht, muss der Unternehmer zahlen. Auch dann, wenn es die Insolvenz zur Folge hätte.

Hinweis: Dürfen Mitarbeiter zu Gehaltsverzicht oder Gehaltsstundung gezwungen werden?

Nein, in beiden Varianten sind Arbeitnehmer darauf angewiesen, dass die Mitarbeiter zu stimmen.

Quellen: