Wenn ein Arbeitnehmer Angst hat, dass sein Urlaubsantrag nicht bewilligt wird, kann er stattdessen nicht einfach Teillzeitarbeit beantragen. Eigentlich kann man sich wünschen, wie die reduzierte Arbeitszeit verteilt werden soll – aber betriebliche Interessen müssen auch berücksichtigt werden.

Recht auf Teilzeit als Sabbatical?

An und für sich ist es so: Arbeitnehmer haben ein Recht darauf, ihre Arbeitszeit zu reduzieren. Wer in Teilzeit arbeiten möchte, kann einen Antrag beim Arbeitgeber stellen. Diesen Antrag muss der Arbeitgeber auch in der Regel bewilligen. Außerdem haben Arbeitnehmer ein Recht darauf, sich ihre Teilzeitarbeit nach ihren Wünschen aufzuteilen. Das regelt das Teilzeit- und Befristungsgesetz.

Nun stellt sich die Frage: Kann man auf 1/12 des Jahresgehalts verzichten und dafür einen Monat der Wahl frei bekommen? Dazu gibt es bisher keine einheitliche Rechtsprechung. Mit einem derartigen Anliegen sind Arbeitnehmer schon vor Gericht gescheitert, andere waren aber auch erfolgreich.

Hinweis: Kein Recht auf Rückkehr zu Vollzeit

Viele Arbeitnehmer trauen sich nicht, einen Antrag auf Teilzeitarbeit zu stellen. Dabei besteht ein Recht darauf. Doch Vorsicht: Ein Recht auf Rückkehr zur Vollzeitarbeit besteht nicht.

Freistellung für den Monat August beantragt

Als Regel kristallisiert sich dabei heraus: Man darf die Teilzeitregelung nicht dazu benutzen, um in einer bestimmten Zeit des Jahres einen unbezahlten Urlaub zu nehmen. Man hat beispielsweise nicht das Recht, sich jedes Jahr vom 22.12. bis 03.01. freistellen zu lassen, entschied das Bundesarbeitsgericht 2013.

Das Gleiche gilt, wenn Arbeitnehmer sich mit ihrem Teilzeitantrag ihren Sommerurlaub sichern wollen. In einem aktuellen Fall wollte ein Arbeitnehmer jedes Jahr den August frei haben. Der Mann arbeitete in Bayern beim TÜV als Sachverständiger und beantragte 2018 eine Arbeitszeitreduzierung, um zur klassischen Ferienzeit freinehmen zu können.

Reduzierung darf nicht zu Lasten der anderen Arbeitnehmer gehen

Diesen Antrag bewilligte der Arbeitgeber nicht und führte betriebliche Gründe an:

  • Der August sei mit die arbeitsintensivste Zeit im Jahr, in der die meisten Überstunden anfallen.
  • In den beiden Vorjahren hatte man einige Urlaubsanträge für den August abgelehnt oder verschoben.
  • Die Firma hatte eine sogenannte Ver­fah­rens­an­wei­sung Ur­laubs­an­trag 2018, die vorsah, dass im August 2018 niemand mehr als 15 Tage Urlaub nehmen konnte.

Das Arbeitsgericht Nürnberg gab dem Arbeitgeber Recht und entschied, dass er das Recht hatte, die Zustimmung zum Teilzeitantrag zu verweigern. Entscheidend war hier, dass der Arbeitgeber mit der genannten Verfahrensanweisung ein schlüssiges Organisationskonzept vorlegen konnte und dass der Arbeitnehmer in der Pflicht steht, die Arbeitswünsche aller Arbeitnehmer fair miteinander auszugleichen.

Quellen: