Immer wieder verstoßen Reiseportale gegen Regeln zur verständlichen Anzeige von Preisen. Das hat zur Folge, dass Kunden mit vermeintlich besonders günstigen Preisen gelockt werden, die Endabrechnung jedoch deutlich höher ausfällt.

Das Oberlandesgericht Dresden hat nun entschieden, dass die Vermittler von Reisen auf transparente und nachvollziehbare Preisangaben achten müssen. Rabattaktionen, von denen nur ein geringer Kundenkreis profitiert, verstoßen zudem gegen das EU-Recht.

Rabatt gilt nur bei Zahlung mit spezieller Kreditkarte

Eine Verordnung aus dem Jahr 2008 schreibt Reiseanbietern eine transparente Preisangabe vor. Trotzdem verstoßen einige Anbieter gegen die angeordnete Transparenz. In einem aktuellen Fall geht es um die Invia Flights Deutschland GmbH, die das Reisportal „ab-in-den-urlaub.de“ betreibt.

Das Reiseportal warb auf seiner Seite mit einem Flug von Berlin nach Mallorca und zurück für 45,26 EUR pro Person. Unter dem Preis befand sich kleingedruckt allerdings der Hinweis, dass der Preis nur für Besitzer der „fluege.de Mastercard GOLD“ gelte. Für diese würde das Portal die Servicegebühr in Höhe von 14,99 EUR erlassen. Kunden, die diese Kreditkarte nicht besitzen, sehen den Gesamtpreis hingegen erst am Ende des Buchungsvorgangs.

Unternehmen verstößt gegen EU-Verordnung zur Preistransparenz

Der Bundesverband der Verbraucherzentrale ging nun gerichtlich gegen das Unternehmen und deren Preisdarstellung vor. Mit Erfolg: Das OLG Dresden untersagte Invia Flights in einem Urteil vom 29.10.2019, die Preise derart darzustellen. Verbrauchern müsse es nach Angaben des Gerichts möglich sein, Preise verschiedener Fluganbieter effektiv zu vergleichen.

Folglich müssten alle vorhersehbaren und unvermeidbaren

  • Steuern
  • Gebühren
  • Entgelte
  • und Zuschläge

bereits in dem ausgewiesenen Preis enthalten sein. Die Servicegebühr, um die es in dem vorliegenden Fall ging, sei nach Auffassung des Gerichts eine solche vorhersehbare Gebühr. Die Rabattmöglichkeit komme dem Großteil der Kunden mangels Verbreitung der Kreditkarte nicht zugute.

Hinweis: EU-Recht fordert transparent ausgewiesene Flugpreise

Das OLG Dresden bezieht sich auf die EG-Luftverkehrsdienstverordnung. Darin heißt es: “Der zu zahlende Endpreis ist stets auszuweisen und muss den anwendbaren Flugpreis beziehungsweise die anwendbare Luftfrachtrate sowie alle anwendbaren Steuern und Gebühren, Zuschläge und Entgelte, die unvermeidbar und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung vorhersehbar sind, einschließen.”

Folglich hätte die Servicegebühr mit in den dargestellten Preis einberechnet werden müssen. Auch der kleingedruckte Hinweis ändere nichts an der Einschätzung der Servicegebühr als vorhersehbare Kosten. Rabatte, die nur wenige Kunden nutzen können, dürfen in dem angegebenen Endpreis daher nicht berücksichtigt werden.

 

Quellen: