An zwei Standorten in Nordrhein-Westfalen plant die Gewerkschaft Verdi das Weihnachtsgeschäft des bekannten Online-Versandhändlers Amazon zu stören. Pünktlich ankommen sollen die Pakete dennoch.

Verdi fordert Tarifverträge für Amazon-Mitarbeiter

Wie die Gewerkschaft Verdi selbst in der Nacht zu Mittwoch mitteilte, sind die Amazon-Mitarbeiter der Standorte Rheinberg und Werne seit Dienstagnacht aufgerufen, ihre Arbeit bis einschließlich Samstag niederzulegen. Bereits seit mehreren Jahren kämpft Verdi dafür, dass die Beschäftigten von Amazon Tarifverträge bekommen und entsprechend nach dem Tarif für Einzel- und Versandhandel bezahlt werden.

Silke Zimmer, Mitglied von Verdi, betont, dass gerade in der Vorweihnachtszeit die Belastung der Beschäftigten massiv ansteige. In dieser Zeit werden viele tausende Päckchen erstellt und verschickt. Zusätzlich ergebe sich durch die enorme Taktung ein steigender Zeitdruck.

Pakete sollen trotzdem rechtzeitig ankommen

Der Versandhändler Amazon versicherte daraufhin, dass alle Pakete dennoch pünktlich ankommen werden. Das Unternehmen verwies darauf, dass die Arbeit in den Logistikzentren in Rheinberg und Werne ohne Einschränkungen gelaufen sei. Zudem würde sich an dem Streikaufruf ohnehin nur ein sehr geringer Teil der Beschäftigten beteiligen. Folglich können alle Bestellungen rechtzeitig bearbeitet und versandt werden.

Amazon weist Vorwürfe zurück

Zudem weist Amazon die Vorwürfe zurück und argumentiert, dass das Unternehmen ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber sei, auch ohne Tarifvertrag. Nach eigenen Angaben zahlt der Online-Versandhändler am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. Hinzu kämen zahlreiche Zusatzleistungen. Insgesamt sind in Deutschland 13.000 festangestellte Mitarbeiter in den 13 Logistikzentren tätig. Zusätzlich werden, zum Beispiel während der Weihnachtszeit, Saisonkräfte eingestellt.

Quelle:

  • AFP