Die Aufarbeitung des Wirecard-Skandals wird sich wohl noch Monate, wenn nicht Jahre hinziehen. Die Aktien des Unternehmens sind aber schon jetzt so gut wie wertlos, das Kapital der Anleger vernichtet. Wie sollten Anleger also nun vorgehen, um zumindest einen Teil ihrer Investitionen zu retten?

Wer kann Ansprüche aus dem Wirecard-Skandal geltend machen?

Die Wirecard AG hat Bilanzen gefälscht und so ihre Aktionäre geschädigt. In Kenntnis der tatsächlichen Situation hätten sie sich sicher nicht für den Kauf der Aktie entschieden. Wer Aktien der Wirecard AG mit der Wertpapierkennummer 747206 besitzt oder besessen hat, kann Ansprüche geltend machen.

Betroffen sind alle Wirecard-Aktionäre – also auch diejenigen, die beispielsweise in Dax-Indexfonds investiert haben. Mehrere Zehntausend Anleger sind geschädigt worden. Anspruchsberechtigt sind Aktionäre, die zwischen dem 24.02.2016 und dem 18.06.2020 Wirecard-Aktien erworben haben. Irrelevant ist dagegen, ob die Aktien sich derzeit noch im Besitz des Käufers befinden oder zwischenzeitlich weiterverkauft wurden.

Wirecard, EY oder Bafin – Wer muss Schadensersatz leisten?

Wegen der Bilanzfälschung stehen nun verschiedene juristische Ansprüche im Raum:

  • Anspruch auf Schadensersatz gegen die Wirecard AG
  • Anspruch auf Schadensersatz gegen Ex-Wirecard-Chef Markus Braun
  • Anspruch auf Schadensersatz gegen Ex-Wirecard-COO Jan Marsalek
  • Anspruch auf Schadensersatz gegen Wirtschaftsprüfer Ernst & Young
  • Anspruch aus Amtshaftung gegen die BaFin

Welcher dieser Wege sich am Ende als gangbar erweist, ist zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht absehbar. Es ist vor allem wichtig, dass Anleger in der aktuellen Situation Ruhe bewahren. Der genaue Sachverhalt ist noch unklar, der Insolvenzverwalter und die Staatsanwaltschaft ermitteln. Deswegen sind die Erfolgsaussichten von Klagen zum aktuellen Zeitpunkt noch relativ gering.

Vorschnelle Klage lohnt sich für die Gläubiger nicht

Auch der Wettlauf der Gläubiger, um jeweils einen möglichst großen Teil ihrer Forderung geltend zu machen, ist durch die Beantragung des Insolvenzverfahrens beendet. Anleger verlieren also keine Rechte, wenn sie zwei oder drei Monate warten, um Klage zu erheben.

Wer hingegen zu früh klagt, riskiert, dass er am Ende zwar einen Titel in Händen hält, ihn aber nicht vollstrecken kann. Dann ist das Gerichtsverfahren zwar gewonnen, das Urteil ist aber wertlos für den Kläger. Zum aktuellen Zeitpunkt halten wir eine Empfehlung zu einer Klage daher für unseriös.

Was geprellte Anleger jetzt schon tun können

Doch geprellte Anleger können durchaus schon zum jetzigen Zeitpunkt erste Schritte einleiten. Wir empfehlen, zügig Kontakt zur Partnerkanzlei von Atornix aufzunehmen. Wir nehmen Ihren Fall auf und wahren Ihre Ansprüche. Unsere Partneranwälte bei rightmart halten Sie dann über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden, so dass Ihnen nichts entgeht.