Ihnen ist eine 40-Stunden-Woche zu viel? Sie brauchen endlich etwas mehr Zeit für sich? Dann kann ein Wechsel in die Teilzeit für Sie genau das Richtige sein. Doch haben Sie eigentlich einen Anspruch auf einen Wechsel in die Teilzeit und welche Nachteile entstehen hierdurch eigentlich? 

Was ist im Recht auf Teilzeitarbeit geregelt?

Sie als Arbeitnehmer stellen sich natürlich als Erstes die Frage, ob Sie überhaupt einen Anspruch auf einen Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit haben. Haben Sie. Dieser ergibt sich aus § 8 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Dort heißt es: 

“Ein Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat, kann verlangen, dass seine vertraglich vereinbarte Arbeitszeit verringert wird.”

Eine weitere Voraussetzung ist, dass im Unternehmen mehr als 15 Arbeitnehmer beschäftigt sein müssen. Auszubildende sind hiervon ausgenommen. 

Wann müssen Beschäftigte ihren Wunsch nach Verringerung der Arbeitszeit geltend machen?

Doch eine Umstellung von Vollzeit auf Teilzeit geht nicht ohne Weiteres. Sie müssen Ihren Wunsch auf Verringerung der Arbeitszeit beim Arbeitgeber spätestens drei Monate vor deren Beginn geltend machen. Hierzu müssen Sie dem Arbeitgeber auch mitteilen, in welchem Umfang Sie Ihre Arbeitszeit reduzieren wollen. 

Der Antrag auf Verringerung der Arbeitszeit muss gemäß § 8 Absatz 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz in Textform eingereicht werden. 

Innerhalb welcher Frist kann der Arbeitgeber den Antrag ablehnen?

Der Arbeitgeber muss Ihrem Antrag natürlich auch zustimmen. Eine Ablehnung Ihres Antrages ist nur aufgrund von betrieblichen Gründen möglich. Dies wäre z.B. eine erhebliche Beeinträchtigung im Arbeitsablauf durch Ihren teilweisen Wegfall. Aber auch unverhältnismäßig hohe Kosten durch einen Personalersatz berechtigen den Arbeitgeber, Ihren Antrag abzulehnen. 

Möchte Ihr Arbeitgeber den Antrag ablehnen, dann muss er dies spätestens einen Monat vor dem gewünschten Beginn der Verringerung tun. Für die Ablehnung gilt ebenfalls die Schriftform. Erhalten Sie innerhalb dieser Frist keine Bestätigung oder Ablehnung, dann gilt Ihr Antrag als angenommen. 

Hinweis: Erneute Beantragung der Verringerung der Arbeitszeit

Einen erneuten Antrag auf den Wechsel von Vollzeit auf Teilzeit können Sie als Arbeitnehmer frühestens nach zwei Jahren wieder beantragen. Hierbei ist es egal, ob Ihr vorheriger Antrag angenommen oder abgelehnt wurde. 

Gibt es Nachteile durch den Wechsel in die Teilzeit?

Damals gab es keinen Anspruch darauf, wieder von Teilzeit auf Vollzeit zu wechseln. Wenn der Arbeitgeber also einem Wechsel nicht zugestimmt hat, mussten Sie als Arbeitnehmer in Teilzeit bleiben. Dies ist seit Anfang 2019 anders. Seitdem gibt es nämlich die sogenannte Brückenteilzeit

Sie als Arbeitnehmer haben hierdurch die Möglichkeit, Ihre Arbeitszeit für einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und dann wieder zu Ihrer alten Arbeitszeit zurückzukehren. Die Voraussetzung für die Brückenteilzeit ist jedoch, dass Ihr Arbeitgeber mehr als 45 Mitarbeiter hat. Die Brückenteilzeit spielt daher nur für größere Unternehmen eine Rolle. 

Viele Arbeitnehmer haben bei dem Wechsel in die Teilzeit auch Angst, einen geringeren Stundenlohn zu erhalten. Zunächst einmal erhalten Sie bei dem Wechsel keinen neuen Arbeitsvertrag, sodass die vorhandene Stundenlohnregelung bestehen bleibt. 

Weiterhin enthält das Teilzeit- und Befristungsgesetz ein Diskriminierungsverbot. Sie dürfen daher bei einem Wechsel in die Teilzeit nicht benachteiligt werden, was auch bedeutet, dass der Arbeitgeber Ihren Stundenlohn nicht verringern darf.