Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt in einem Streitfall, soweit Aussicht auf Erfolg besteht, die vollen Rechtsverfolgungskosten inklusive der Erstberatung beim Rechtsanwalt für den Versicherungsnehmer. Zum Teil können Sie als Steuerzahler die Beiträge zur Rechtsschutzversicherung sogar absetzen.

Kosten für den Rechtsschutz in der Steuererklärung angeben

Prämien für Versicherungen können je nach Versicherungsart sehr hoch sein. Dennoch lohnt sich der Abschluss dieser Versicherungsverträge für Sie und Ihre Familie, denn Sie schützen wichtige Bereiche Ihres Lebens. Daher kann der Abschluss von Rechtsschutz-, Hausrat- und private Haftpflichtversicherung sinnvoll sein. Außerdem können Sie einige Kosten für Ihre Versicherungen in Ihrer jährlichen Steuererklärung geltend machen. Sollten Sie noch am überlegen sein, ob sich eine Rechtsschutzversicherung lohnt, könnte dies ein Pro-Argument sein.

Insbesondere bei der Angabe Ihrer Prämien für eine Rechtsschutzversicherung in der Liste der Werbungskosten können Ihre Ausgaben steuerminimierend sein. Werbungskosten sind Kosten, die Ihnen als Verbraucher in direktem Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit entstehen. Zu den typischen Ausgaben für die Ausübung Ihrer Arbeit gehören: 

  • Fahrten zum Arbeitsplatz
  • Arbeitsmaterialien 
  • Weiterbildungskosten

Um sich gegen das Risiko eines Rechtsstreits mit Ihrem Arbeitgeber abzusichern, ist der Abschluss einer Arbeitsrechtsschutzversicherung sinnvoll. In diesem Fall akzepiert Ihr Sachbearbeiter im Finanzamt die Kosten für eine Police Arbeitsrechtsschutz in der Regel in voller Höhe. Problematisch ist die Anerkennung von Rechtsschutzversicherungen, mit denen das Prozessrisiko für mehrere Lebensbereiche abgedeckt wird.

Ab welcher Höhe können Sie Werbungskosten absetzen?

Schließlich lohnt sich die Angabe der Prämien für eine Arbeitsrechtsschutzversicherung in Ihrer Steuererklärung als Arbeitnehmer auch nur, wenn Ihre Ausgaben für die Werbungskosten derzeit über 1.000 EUR im Jahr liegen. Ihr Finanzamt erkennt grundsätzlich einen pauschalen Betrag in Höhe von 1.000 EUR als Ihre persönliche Belastung für Werbungskosten an, der automatisch Ihre steuerliche Last minimiert.

Auf jeden Fall sollten Sie aber Ihre Rechtsschutzversicherung absetzen, wenn Ihre Werbungskosten die für das vergangene Jahr gültige Pauschale übersteigt. Machen Sie am besten eine Liste mit Ihren verschiedenen Werbungskosten, damit Sie keine Ausgabe übersehen. Sie werden überrascht sein, wie schnell sich die Beträge summieren. 

Tipp: Bereiten Sie Ihre Steuererklärung gründlich vor

Die Angaben aus einer detaillierten Liste für Ihre Werbungskosten können Sie direkt beim Ausfüllen des Formulars für Ihre Steuererklärung verwenden. Bewahren Sie auch die Belege als Nachweis für diese Ausgaben auf.

Welche Bestandteile einer Rechtsschutzversicherung sind für Arbeitnehmer nicht steuerlich absetzbar? 

Wenn Sie sich für eine umfassende Absicherung durch eine Rechtsschutzversicherung entschieden haben, dann sind Sie in der Regel auch als Mieter und als Teilnehmer am Straßenverkehr im Ernstfall geschützt. Sodass die Rechtsschutzversicherung die Anwaltskosten für Beratung und weitere Schritte übernimmt. Sogar ein Privatrechtsschutz kann zum Umfang Ihrer Police gehören. Doch nur der Kostenanteil des Arbeitsrechtsschutzes wird als Werbungskosten anerkannt. 

Ihr Mietverhältnis, Ihre normale Teilnahme am Straßenverkehr und Ihr Unfall auf der Piste in den Bergen sowie die anwaltliche Beratung für Ihre Vorsorgevollmacht sind Teil Ihrer Privatsphäre. Daher sind die Aufwendungen für einen Rechtsschutz, der diese Bereiche betrifft, auch nie beruflich bedingt. Weitere Ereignisse, die nur den Privatrechtsschutz umfassen, sind:

  • Streit um einen Kindergartenplatz
  • Schmerzensgeld nach einem Sportunfall
  • Maulkorbzwang für einen kleinen Hund
  • Entschädigung für einen verdorbenen Urlaubstag

Rechtsschutzversicherung absetzen für Selbständige

Da ein Mietvertrag über Gewerberäume, die Teilnahme am Straßenverkehr mit einem Firmenwagen und viele andere Geschehnisse im Leben eines selbstständigen Unternehmers zu 100 % beruflich bedingt sind, gibt es umfassenden Rechtsschutz, den der Sachbearbeiter vom Finanzamt auch vollumfänglich als absetzbare Aufwendungen anerkennt.

Dennoch können auch Freiberufler, Gewerbetreibende und alle anderen selbständigen Unternehmer als Versicherungsnehmer eine Police für ihren privaten Rechtsschutz haben. Wie bei jedem Arbeitnehmer sind die Beträge für diese Versicherung nicht steuerlich absetzbar, denn die Absicherung gegen private Prozessrisiken ist nie beruflich motiviert.

Werbungskosten in der Steuererklärung korrekt angeben

Damit Sie Ihre Rechtsschutzversicherung absetzen können, müssen Sie die Kosten in der korrekten Rubrik in den Formularen des Finanzamtes angeben. Ihr Sachbearbeiter im Finanzamt ist nicht verpflichtet, Ihre fehlerhaft gemachten Angaben zu korrigieren. Die volle Höhe Ihrer Beiträge für den beruflich bedingten Arbeitsrechtsschutz wird Ihnen anerkannt, wenn Sie die Kosten im Formular N in der Zeile „Weitere Werbungskosten Sonstiges“ eintragen. 

Für selbständige Unternehmer sind die Kosten für einen umfassenden Rechtsschutz ein Teil der Betriebsausgaben. Entsprechend listen Sie diese Ausgaben in Ihrer Einnahmen-Überschuss-Rechnung auf und tragen sie im Vordruck Anlage EÜR des Finanzamtes ein.

Tipp: Achten Sie auf einen detaillierten Versicherungsvertrag

Wenn in Ihrem Versicherungsvertrag für Ihren privaten Rechtsschutz alle Bereiche einzeln mit dem Kostenanteil der Gesamtprämie aufgelistet sind, dann erkennt Ihr Finanzamt Ihre Aufwendungen für Ihre Arbeitsrechtsschutzversicherung an.

Musterschreiben an die Rechtsschutzversicherung

Auf der Basis der Schadensstatistik Ihrer Versicherung setzen sich die Kosten für eine umfassende Rechtsschutzversicherung zusammen. Je mehr Versicherungsnehmer einen Arbeitsrechtsschutz im Laufe eines Jahres benötigen, desto höher ist auch der Anteil der Prämie an den gesamten Kosten für eine Privatrechtsschutzversicherung. Am besten bitten Sie Ihre Versicherung um eine regelmäßig aktualisierte Schadensstatistik für die Vorlage beim Finanzamt.

Wie könnte ein Musterschreiben an das Versicherungsunternehmen für die Vorlage der Schadensstatistik aussehen?

Nachdem Sie in der obersten Zeile Ihres Briefes Ihre Absenderdaten und im Adressfeld die Adresse Ihres Versicherungsunternehmens geschrieben haben, folgen das Tagesdatum und eine Betreffzeile:

Bitte um Vorlage der Schadensstatistik für die Steuererklärung Jahr 20XX für die Police XXXXXXX

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mit Ihnen am XX.XX.20XX einen Rechtsschutzversicherungsvertrag abgeschlossen. Diese Police umfasst mehrere Rechtsschutzgebiete. Unter anderem ist auch ein Arbeitsrechtsschutz in dem Vertrag enthalten. Da ich als Arbeitnehmer in meiner Steuererklärung meine Rechtsschutzversicherung absetzen möchte, benötige ich eine exakte Auflistung der Prämienanteile für die einzelnen abgesicherten Risiken. 

Für die Vorlage beim Finanzamt reicht eine aktuelle Schadensstatistik aus. Ich benötige in den kommenden Jahren eine jährlich aktualisierte Fassung und bitte daher um regelmäßig zeitnahe Zusendung der Unterlagen für die rechtzeitige Abgabe meiner Steuererklärung. 

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

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