Finanzielle Notlagen können jedermann treffen. Arbeitslosigkeit kann gravierende Folgen haben und eine Hilfebedürftigkeit nach sich ziehen. Noch schlimmer trifft es Menschen mit einer Erwerbsunfähigkeit. Dann bietet Ihnen der Staat finanzielle Unterstützung.

Das sind die Voraussetzungen für Sozialhilfe

Als Sozialstaat bietet der deutsche Staat der Bevölkerung in schwierigen Situationen und finanziellen Notlagen weitreichende Unterstützung. Eine dieser Formen der Unterstützung ist die Sozialhilfe. Um diese zu erhalten, müssen Sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen. Denn nicht jeder hat einen Anspruch auf Sozialhilfe. 

Warum gibt es in Deutschland Sozialhilfe?

Deutschland ist ein Sozialstaat. Dieser verfolgt den Anspruch, alle Personen in einem Land in schwierigen Situationen und Zeiten finanziell abzusichern. Dafür existieren unterschiedliche Sicherungssysteme, die das Abrutschen in die Armut verhindern sollen. Mit der Schaffung der Sozialhilfe verfolgt der Gesetzgeber das Ziel, den Menschen eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Auch Menschen ohne Einkünfte sollten an kulturellen und gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen können, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Wer hat einen Anspruch auf Sozialhilfe?

Die Sozialhilfe dient dem Zweck, eine Grundsicherung bei Erwerbsminderung bzw. Erwerbsunfähigkeit oder im Alter zu garantieren. Zu den Sozialhilfe Voraussetzungen gehört die Tatsache, dass Sie dem Arbeitsmarkt nicht mehr vollständig zur Verfügung stehen. 

Darüber hinaus dürfen Sie keinen ausreichenden Anspruch gegenüber irgendeinen anderen Leistungsträger haben, um die Sozialhilfe Voraussetzungen zu erfüllen. Dabei kommen unter anderem Rentenversicherungen, Unterhaltspflichtige oder Krankenkassen in Betracht. Zunächst ist folglich eine Prüfung erforderlich, ob Sie andere Leistungen in Anspruch nehmen können. A

Tipp: Gründlich mögliche Ansprüche auf Leistungen überprüfen

Aufgrund der Nachrangigkeit von Sozialhilfe müssen Sie andere in Betracht kommende Leistungen prüfen. Dies können Sie im Zuge einer rechtlichen Beratung machen, bevor Sie die Sozialhilfe beantragen. 

Zudem gibt es einige weitere gesetzlich geregelte Fälle, in denen Sie die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen, da Sie als hilfsbedürftig gelten. Dies sind unter anderem die folgenden Situationen: 

  • Hilfe zum Lebensunterhalt
  • Hilfe zur Pflege
  • Hilfe zur Gesundheit
  • Hilfe bei besonderen sozialen Schwierigkeiten wie Obdachlosigkeit oder Haft

Wenn Sie in einer der Situationen befinden lohnt es sich, dass Sie einen Sozialhilfeantrag stellen. Letztendlich entscheidet immer der Einzelfall, ob Sie die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen oder Ihr Antrag auf Sozialhilfe durch einen Bescheid abgelehnt wird. Bei einer Hilfsbedürftigkeit und keinen anderen Ansprüchen auf Hilfe stehen Ihre Chancen jedoch gut. 

Wo müssen Sie die Sozialhilfe beantragen?

Bei der Frage, ob Sie die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen, hilft Ihnen das zuständige Sozialamt. Dies ist für die Bewilligung und Entgegennahme des Antrags auf Sozialhilfe zuständig. Nach einer gründlichen Prüfung entscheidet das Sozialamt, ob Sie die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen. Im Zweifel werden Sie auf andere Träger verwiesen, sodass Ihnen dort finanzielle Hilfe zuteil wird. 

Hinweis: Im Zweifel Antrag beim Sozialamt einreichen

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen, sollten Sie einen Antrag beim Sozialamt einreichen. Dieses prüft umgehend Ihren Anspruch und verweist Sie andernfalls auf andere Träger, bei denen Sie Ihren Anspruch auf Unterstützung geltend machen können. 

So wird die Sozialhilfe berechnet

Das zwölfte Sozialgesetzbuch (SGB XII) regelt unterschiedliche Leistungshöhen der Sozialhilfe. Deshalb stellt sich für Sie die Frage, wie die Sozialhilfe berechnet wird und mit welcher finanziellen Unterstützung Sie rechnen können. Zudem steht die Frage im Raum, ob Ihr Vermögen oder andere Einkommen mit in die Berechnung einfließen. 

Wie hoch ist die Sozialhilfe?

Das Gesetzt (§ 28 SGB XII) schreibt unterschiedliche Stufen des Regelbedarfs fest. Am meisten bekommen Sie bei der Regelbedarfsstufe 1. Dies trifft auf Sie zu, wenn Sie als erwachsene leistungsberechtigte Person einen eigenen Haushalt führen. Dann können Sie bis zu 424 EUR monatlich bekommen. Am wenigsten Geld bekommen leistungsberechtigte Kinder bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahres. Es kommt folglich immer darauf an, welche Sozialhilfe Voraussetzungen Sie erfüllen. 

Neben dem Regelsatz fließen jedoch weitere Aspekte in die Berechnung ein. Das Sozialamt übernimmt beispielsweise angemessene Kosten für eine Unterkunft. Zudem haben bestimmte Personengruppen einen Anspruch auf Mehrbedarf, der den Regelsatz weiter erhöht. Dies trifft insbesondere auf die folgenden Personengruppen zu: 

  • werdende Mütter
  • alleinerziehende Elternteile
  • Behinderte Menschen
  • Personen mit bestimmten Erkrankungen

Wird das Vermögen in die Berechnung von Sozialhilfe einbezogen?

Bei der Berechnung von Sozialhilfe spielen grundsätzlich sämtliche Einkünfte eine Rolle. Ausnahmen gelten für die Grundrente oder das Elterngeld bis maximal 300 EUR. Zudem haben Sie auch bei Sozialhilfe die Möglichkeit, bis zu 30 % Ihres Einkommens anrechnungsfrei zu behalten. Allerdings fungiert die Hälfte des Eckregelsatzes als Grenze. 

Anders sieht dies beim Vermögen aus. Grundsätzlich wird dieses in die Berechnung einfließen, da lediglich hilfsbedürftige Menschen die Sozialhilfe Voraussetzungen erfüllen.

Hinweis: unterschiedliche Wertung der Vermögensbestandteile

Wer zu viel Vermögen besitzt, ist nicht hilfsbedürftig. Ausnahmen gelten jedoch auch hier für verschiedene Vermögensbestandteile.

Staatlich geförderte Leistungen der Altersvorsorge, ein angemessener Hausrat, Familien- und Erbstücke oder ein angemessenes selbst bewohntes Hausgrundstück stehen einer Bewilligung von Sozialhilfe nicht entgegen. 

Unterschiede zwischen Sozialhilfe, Hartz 4 und Grundsicherung

Die Nachrangigkeit der Sozialhilfe gegenüber anderen staatlichen Unterstützungen ist gesetzlich geregelt (§ 2 SGB XII) fest. Hartz 4 oder die Grundsicherung sind weitere Begriffe, die im Rahmen der staatlichen Unterstützung des Sozialstaats omnipräsent sind. Doch was sind eigentlich die Unterschiede zwischen der Sozialhilfe und anderen staatlichen Leistungen? 

Der deutsche Sozialstaat bietet seiner Bevölkerung eine Vielzahl an unterschiedlichen Sozialleistungen. Es ist nicht immer einfach, den Dschungel an potenziellen Leistungen und Hilfsangeboten zu durchblicken. Im Volksmund setzt die Bevölkerung die Begriffe oftmals verkehrt oder inflationär ein. Wer Sozialhilfe beantragt, sollte zunächst die Unterschiede zwischen den verschiedenen Leistungen kennen. 

Was ist der Unterschied zwischen Sozialhilfe und Hartz 4? 

Hartz 4 erhalten diejenigen Personen, die zwar erwerbsfähig sind, aber keine Arbeit finden. Ein anderer Begriff ist das Arbeitslosengeld 2. Nicht zu verwechseln mit Arbeitslosengeld 1, welches für eine festgelegte Zeitraum den Verlust des Einkommens abdeckt.

Der entscheidende Unterschied:

Was ist der Unterschied zwischen Sozialhilfe und der Grundsicherung?

Die Sozialhilfe umfasst eine Vielzahl an Leistungen im SGB XII und wird den Menschen gewährt, wenn der Bedarf zum Leben nicht durch die Grundsicherung oder Hartz 4 sowie keinen weiteren Leistungen gedeckt ist. Demgegenüber ist die Grundsicherung eine bestimmte Form der Sozialhilfe und in den §§ 41 – 46 SGB XII geregelt. Grundsicherung bekommen diejenigen Personen, die nicht arbeiten können und den Lebensunterhalt nicht selbst bestreiten können.

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