Sie haben Ihre Daten in ein Formular eingegeben, jedoch keinen Anmelde-Button gedrückt oder lediglich ein kostenloses Probeabo abgeschlossen. Trotzdem erhalten Sie eine Rechnung. Dann sind Sie vermutlich auf eine Abofalle hereingefallen. Hier erfahren Sie, wie Sie am besten gegen die Abofalle vorgehen.

Die unterschiedlichen Arten der Abofalle

Entstehen für ein vermeintlich kostenloses Angebot nach dem Vertragsschluss doch Kosten, spricht man von einer Abofalle. Die Abofallen sind häufig so ausgestaltet, dass meist nur ein kleiner versteckter Hinweis auf der Seite darauf hinweist, dass für das eigentlich kostenlose Angebot doch Kosten entstehen. Nach Abschluss des Vertrages erhalten Sie dann von dem  Anbieter eine Mitteilung über die tatsächlichen Kosten. 

Ein versteckter Hinweis über den tatsächlichen Preis ist jedoch nur eine Möglichkeit, um Sie in eine Abofalle zu locken. Viele Betrüger bedienen sich technischer Mittel und manipulierten Internetseiten

Wie funktioniert die Abofalle auf Internetseiten?

Internetseiten können durch den Ersteller in wenigen Minuten verändert werden. So kann bei Ihrem Besuch auf der Internetseite der Preis des Angebotes noch versteckt sein. Nach Abschluss des Vertrages nehmen die Betrüger dann Änderungen an der Internetseite vor, sodass der Preis dann deutlich ersichtlich ist. 

Dass die Betrüger bei einem eventuellen Gerichtsverfahren nachweisen müssen, dass die tatsächlichen Kosten für Sie nur schwer zu erkennen waren, ist für diese egal. Meist kommt es nämlich nicht zu einem Gerichtsverfahren. Entweder lassen Sie sich durch die Mahnungen und Inkassoandrohungen einschüchtern und überweisen den geforderten Betrag.

Wollen Sie die Kosten in einem gerichtlichen Verfahren jedoch überprüfen lassen, verzichten die Betrüger häufig auf die Geldforderung, da diese nicht nachweisen können, dass die Kosten für Sie klar ersichtlich waren. 

Hinweis: Betrüger nutzen Landing-Page für Abofalle

Häufig nutzen die Betrüger auch Landing-Pages (also ein Websiten, auf die ein potenzieller Kunde über eine Suchmaschine oder eine Anzeige geleitet wird) für die Abofalle. Auf der Hauptseite wird dann klar auf die Kosten hingewiesen. Sie werden jedoch auf dieser Seite dann auf eine zweite Seite weitergeleitet, wo dann der Vertragsschluss stattfindet. Auf dieser Seite sind die tatsächlichen Kosten dann nicht mehr ersichtlich. 

Wie funktioniert die Abofalle ohne Anmeldung?

Sie wundern sich, dass Sie ohne sich irgendwo angemeldet zu haben plötzlich eine Rechnung erhalten? Dann sind Sie Opfer einer Abofalle geworden, in denen eine Anmeldung nicht notwendig war. Grund hierfür ist, dass die Internetseite, die Sie besucht haben, technisch manipuliert wurde. Heutzutage ist es nämlich nicht mehr erforderlich einen Anmelde-Button zu betätigen, um seine Formulardaten abzusenden. 

Einige Internetseiten sind technisch so ausgestattet, dass diese jeden Tastenklick und Eingabe von Ihnen direkt speichern und dies bereits bevor Sie den Anmelde-Button gedrückt haben. Sollten Sie sich dann am Ende doch dagegen entscheiden sich auf der Seite anzumelden, haben die Betrüger meist schon alle notwendigen Daten von Ihnen erhalten. 

Wie funktioniert die Abofalle bei der Handynutzung?

Auch bei der Handynutzung können Sie schnell Opfer einer Abofalle werden. Sie öffnen mit Ihrem Handy eine Internetseite. Hierbei wird direkt im Hintergrund ein Prozess durchgeführt, der Ihre Mobilfunknummer und die Zahlungsinformationen an den Mobilfunkanbieter sendet. 

Dieser Vorgang heißt auch “Clickjacking”. Sie werden als Nutzer der Internetseite animiert einen Button zu drücken. Dieser Button gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass für Sie Kosten entstehen. Auf diesem Button steht daher z.B. “Hier klicken” oder “Mehr Informationen”.

Dieser Button liegt jedoch auf einer manipulierten Seite und ist verknüpft mit der Website, mit der dann später das Vertragsverhältnis besteht. Durch den Klick auf den Button auf der ersten Seite aktivieren Sie dann einen Button auf der kostenpflichtigen Seite und schließen somit einen kostenpflichtigen Vertrag ab, ohne es zu wissen. 

Hinweis: Drittanbietersperre schützt vor Abofallen

Um sich vor Abofallen zu schützen, können Sie bei Ihrem Mobilfunkanbieter eine Drittanbietersperre einrichten. Durch die Drittanbietersperre ist die Abrechnung über die Handyrechnung dann nicht mehr möglich. Sie können auch nur eine Teilsperrung für bestimmte Kategorien vornehmen wie z.B. Apps mit Abopflicht. 

Wie funktioniert die Abofalle mit einem vermeintlichen Probeangebot?

Einige Internetseiten werben mit einem kostenlosen oder kostengünstigen Probeangebot. So haben Sie die Möglichkeit, das Angebot erst einmal zu testen, bevor Sie sich für einen kostenpflichtigen Vertrag entscheiden. Durch dieses Probeangebot wird Ihnen vermittelt, dass das Angebot nach Ablauf der Probezeit automatisch endet und für Sie keine weiteren Kosten entstehen. 

Bei solchen Angeboten empfiehlt es sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu lesen. Dort wird meist darauf hingewiesen, dass sich nach Ablauf der Probezeit das Angebot in ein richtiges Vertragsverhältnis umwandelt und für Sie dann weitere Kosten entstehen. 

Rechtliche Möglichkeiten gegen eine Abofalle

Wenn Sie Opfer einer Abofalle geworden sind, dann müssen Sie dies nicht einfach so akzeptieren. Bei Abschluss eines ungewollten Vertrages aufgrund einer Abofalle haben Sie verschiedene rechtliche Möglichkeiten, um gegen diesen Vertragsschluss vorzugehen. 

Hilft das Widerrufsrecht bei der Vertragsauflösung?

Haben Sie als Verbraucher einen Vertrag im Internet abgeschlossen, dann haben Sie in der Regel ein Widerrufsrecht. Die Widerrufsfrist beträgt hierbei 14 Tage ab Vertragsschluss. Sollte die Belehrung bei Vertragsschluss keinen Hinweis auf das Widerrufsrecht enthalten, dann verlängert sich Ihr Widerrufsrecht auf ein Jahr. 

Sollten Sie daher bereits direkt am Anfang merken, dass Sie Opfer einer Abofalle geworden sind, dann sollten Sie in jedem Fall direkt den Widerruf erklären. Dieser muss schriftlich (E-Mail, Fax oder Einwurfeinschreiben) beim anderen Vertragspartner eingehen.  

Kann der Vertrag aufgrund eines Irrtums angefochten werden?

Sie haben ebenfalls die Möglichkeit einen Vertrag, den Sie gar nicht abschließen wollten, da Ihnen nicht klar war, dass hierfür Kosten anfallen, anzufechten. Eine Anfechtung führt dazu, dass der Vertrag von Anfang an nichtig ist. Sie werden daher so gestellt, als habe es diesen Vertrag nie gegeben. 

Gerade bei Abofallen liegt in der Regel ein Irrtum vor. Sie sind nämlich davon ausgegangen, dass Sie einen kostenlosen Vertrag bzw. gar keinen Vertrag abschließen. Wichtig ist, dass Sie mit der Anfechtung nicht zu lange warten. Das Gesetz verlangt eine unverzügliche Anfechtung ohne schuldhaftes Zögern

Hinweis: Rechnung dient als Anhaltspunkt

Sobald Sie eine Rechnung erhalten, wissen Sie, dass Sie Opfer einer Abofalle geworden sind. Bei Erhalt der ersten Rechnung sollten Sie daher sofort den ungewollten Vertrag aufgrund eines Irrtums anfechten. 

Kann der Vertrag auch außerordentlich gekündigt werden? 

In einigen Fällen können Sie den Vertrag auch außerordentlich kündigen. Hierzu muss ein wichtiger Grund vorliegen. Dieser liegt bei der außerordentlichen Kündigung immer dann vor, wenn Ihnen nicht zugemutet werden kann, länger mit dem anderen Vertragspartner zusammenzuarbeiten. 

Gerade bei Abofallen kann Ihnen aus mehreren Gründen nicht zugemutet werden, den Vertrag weiterzuführen. Zum einen wurden Sie bei Vertragsabschluss getäuscht. Weiterhin sind die Mahnungen, die aufgrund einer Abofalle erfolgen, so aufgebaut, dass Sie bei Ihnen Druck aufbauen. So sollen Sie nämlich dazu bewegt werden, den geforderten Betrag zu überweisen. 

Richtiges Vorgehen bei einer Abofalle

Empfehlenswert ist es, alle bestehenden rechtlichen Möglichkeiten gleichzeitig geltend zu machen. Dies stellt wohl die sicherste Möglichkeit dar, aus der Abofalle herauszukommen.  Sollten Sie daher plötzlich eine Rechnung bekommen, empfiehlt sich folgendes Vorgehen. 

  • Überweisen Sie den Rechnungsbetrag nicht: Zahlen Sie auf gar keinen Fall den Rechnungsbetrag. So bestätigen Sie quasi, dass Sie mit dem Vertrag einverstanden sind.
  • Gehen Sie gegen die Abofalle vor: Die Rechnung ignorieren sollten Sie jedoch ebenfalls nicht. Sowohl der Widerruf als auch die Anfechtung sind zeitlich gebunden. Am besten setzen Sie daher direkt ein Schreiben auf, in dem Sie deutlich machen, dass Sie den Abschluss des Vertrages widersprechen bzw. widerrufen. 
  • Aufgepasst beim Mahnbescheid: In einigen Fällen kann es vorkommen, dass trotz Widerspruch und Widerruf des Vertrages der andere Vertragspartner weiterhin versucht die Forderung einzutreiben. Meist erhalten Sie dann einen Mahnbescheid. Auch diesen sollten Sie nicht ignorieren. 

Das Mahnverfahren stellt nämlich die schnellste Möglichkeit dar, um an einen Titel zu kommen. Mit diesem kann die Gegenseite dann die Forderung mittels Zwangsvollstreckungsmaßnahmen eintreiben. Sollten Sie unsicher sein, wie Sie bei einem Mahnbescheid  vorgehen, können Sie auch einen Rechtsanwalt zu Rate ziehen. 

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