In einer eigenen Immobilie zu wohnen bedeutet für viele Menschen ein Maximum an Freiheit zu genießen. Doch Immobilienbesitz erfordert auch Verantwortungsbewusstsein, denn Haus und Grundstück sind vielen Gefahren ausgesetzt. Die wichtigsten Versicherungen für Hausbesitzer können Schäden minimieren.

Versicherungen für Gebäude als Schutz für Menschen und Sachwerte

Heutzutage können Hauseigentümer nicht mehr zum Abschluss von Gebäudeversicherungen gezwungen werden, denn es gibt keine Pflichtversicherungen mehr für Immobilienbesitzer. Dennoch ist der Abschluss verschiedener Versicherungen für jeden Eigentümer von Immobilien sinnvoll, da ihm in zahlreichen Fällen des täglichen Lebens eine Haftung für sein Eigentum obliegt. Die wichtigsten Versicherungen für Hausbesitzer, die im Ernstfall für Schäden aufkommen, sind die

  • Wohngebäudeversicherung
  • Hausratversicherung
  • Elementarschadenversicherung
  • Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung
  • Gewässer-Haftpflicht-Versicherung

Gibt es auch für Bauherren besondere Gebäudeversicherungen?

Wenn Sie den Bau eines neuen Gebäudes planen, dann sollten Sie in Ihr Budget auch die Kosten für eine Bauherrenhaftpflichtversicherung und eine Bauleistungsversicherung einkalkulieren. Diese beiden Versicherungen kommen für Schäden auf, die durch einen Rohbau entstehen können. Im Gegensatz zu fertiggestellten Immobilien gewähren Versicherungsunternehmen für einen Rohbau keinen Schutz durch eine Wohngebäudeversicherung oder durch eine Elementarschadenversicherung.

Tipp: Versicherungen passend zur Bauphase abschließen

Fragen Sie bei der Versicherung Ihrer Wahl nach, ab welcher Bauphase Sie von einer Bauherrenhaftpflichtversicherung zu einer Wohngebäudeversicherung und einer Elementarschadenversicherung wechseln können bzw. müssen.

Empfehlenswerte Versicherungen für Hauseigentümer

Sowohl innerhalb eines Hauses als auch außerhalb eines Gebäudes kann es zu Schäden kommen, deren Ursache der Zustand der Immobilie sein kann. In Deutschland kommt bei Schädigung von Menschen und Sachwerten derjenige für die Kosten auf, der den Schaden zu verantworten hat. Jedermann kann sowohl unmittelbar oder als Fahrzeugführer, Tierhalter sowie Haus- und Grundbesitzer zum Verantwortlichen für Schäden werden. 

Hinweis: Viele zahlen in einen Topf ein

Für jede Gefahrenquelle gibt es auf dem deutschen Versicherungsmarkt eine spezielle Haftpflichtversicherung. Das Prinzip der Versicherung beruht auf der Idee, dass viele Menschen in einen gemeinsamen Topf einzahlen, damit im Ernstfall ein Schaden in voller Höhe aus diesem Topf beglichen werden kann. 

Deshalb sind die meisten Versicherungen, die Leistungen im Schadensfall anbieten, Risikoversicherungen. Diese Art der Versicherungen sind in der Regel günstig, sodass sich viele Menschen diese Versicherungsangebote leisten können. Die Abwägung von Kosten und Nutzen ergibt eindeutig einen Vorteil für den Versicherungsnehmer beim Abschluss der Versicherungen, weil er sein Leben sorglos führen kann. 

Welche Schadensursachen erkennt die Wohngebäudeversicherung an?

Sie fragen sich, was bei einer Wohngebäudeversicherung versichert ist? In der Regel zahlt sie Schäden, die infolge von

  • Feuer,
  • Blitzschlag und Überspannungen,
  • Hagel,
  • Sturm ab Windstärke 8,
  • Explosionen und Implosionen sowie
  • Rohrbruch von Leitungswasserrohren

entstehen. Nach einem Brand gehören auch die Entfernung von Ruß und Löschwasser sowie verbranntem Mobiliar zum Versicherungsumfang.

Hat der Wind ab Windstärke 8 das Dach abgedeckt oder der Hagelschlag die Ziegel zerstört, dann gibt es als Versicherungsleistung ein neues Dach oder eine entsprechend hochwertige Reparatur. Im Falle von gebrochenen wasserführenden Leitungen kommt die Wohngebäudeversicherung nicht nur für die Schäden an den Rohren, sondern auch für die Schäden an den vom Mieter eingebrachten Sachen wie Waschmaschinen auf. 

Sollte das Gebäude komplett ruiniert sein, dann wird ein Neubau nur bei Baubeginn innerhalb von drei Jahren nach dem Schadensereignis finanziert. Beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung hilft ein Blick in die Liste der Versicherungsleistungen. Im Ernstfall kann die Übernahme von Kosten für einen gleichwertigen Mietersatz insbesondere für Vermieter wichtig sein.

Elementarschadenversicherung und Hausratversicherung

In Zeiten des Klimawandels stehen Hausbesitzer in vielen Regionen des Landes vor neuen Herausforderungen wie regelmäßig wiederkehrenden extremen Wetterlagen. Da eine Wohngebäudeversicherungen die sogenannten normalen Naturgefahren nicht absichert, ist eine Elementarschadenversicherung die optimale Ergänzung. Die Kombination von Wohngebäudeversicherung und Elementarschadenversicherung wird häufig als ein gemeinsamer Versicherungsvertrag angeboten.

Der Versicherungsschutz einer Elementarschadenversicherung umfasst die Kostenübernahme bei Schäden, die aufgrund von

  • Lawinen und Schneedruck,
  • Erdrutsch, Erdbeben und Erdsenkung,
  • Hochwasser und Starkregen,
  • Überschwemmungen und Rückstau sowie
  • Vulkanausbrüchen

entstehen. Insbesondere für Hausbesitzer, deren Gebäude an einem Fluss oder mitten in einer schneereichen Region liegt, kann eine Elementarschadenversicherung die Existenz sichern. 

Tipp: Verhandeln Sie über den Umfang der Elementarschadenversicherung

Einige Versicherungsunternehmen bieten für Häuser in der Nähe von Seen und Gebirgen keine Elementarschadenversicherungen mehr an. Nehmen Sie auch Versicherungen mit Teilabsicherungen gegen Naturgefahren in Anspruch.

Warum braucht ein Hausbesitzer eine Hausratversicherung?

Normalerweise ist eine Hausratversicherung für Mieter hilfreich, um das in eine Mietwohnung eingebrachte Hab und Gut abzusichern. Da auch Hauseigentümer alleine den Wohnraum in ihrer Immobilie nutzen können, haben sie natürlich dasselbe Interesse am Schutz ihrer Möbel, Teppiche und aller anderen Gegenstände. Eine Hausratversicherung schützt den Hauseigentümer vor Schäden, die Einbrecher anrichten. Gestohlene und durch Vandalismus zerstörte Gegenstände ersetzt die Hausratversicherung.

Allerdings kommt die Hausratversicherung nur für alle entstandenen Schäden auf, wenn der Hausbesitzer auch den vollen Wert seines Hausrates versichert hat. Bei einer zu gering veranschlagten Versicherungssumme erhält der geschädigte Hauseigentümer nur eine Quote erstattet. Eine Unterversicherung von 50 % bedeutet, dass jeder von Einbrechern demolierte oder gestohlene Gegenstand auch nur mit der Hälfte seines Wertes ersetzt wird.

Das Abhandenkommen von Fahrrädern und die Beschädigungen von Glaselementen wie Ceranfeld und Fenster sind üblicherweise nicht im Versicherungsumfang einer Hausratversicherung enthalten. Daher bieten die meisten Versicherungen eine optionale Zusatzversicherung als Bestandteil der Hausratversicherung an. Dieser zusätzliche Versicherungsschutz kann jederzeit nachträglich in einen Versicherungsvertrag aufgenommen werden.

Hinweis: Versicherte Werte korrekt in den Versicherungsvertrag aufnehmen lassen

Nehmen Sie sich für ein Gespräch mit einem Mitarbeiter Ihrer Versicherung Zeit, damit Sie den Wert Ihres Hauses und Ihrer Einrichtungsgegenstände exakt bewerten und in der Folge auch ausreichend versichern.

Wenn Sie Ihre gesamte Einrichtung inklusive Antiquitäten und Sammlerstücken sowie Schmuck vor Abschluss der Hausratversicherung in einer Auflistung dokumentieren und als Anlage zum Vertrag nehmen lassen, dann können Sie im Ernstfall auch jeden Ihrer berechtigten Ansprüche gegen die Versicherung beweisen. 

Gibt es weitere sinnvolle Versicherungen für selbstgenutzte Immobilien?

Neben der Hausratversicherung kann eine Privathaftpflichtversicherung eine sinnvolle Investition für Hausbesitzer sein, die ihre Immobilie selbst nutzen. Erleidet zum Beispiel ein Besucher, der im Haus auf poliertem Boden oder auf dem vereisten Grundstück ausrutscht, einen Schaden, dann übernimmt die Privathaftpflichtversicherung die Schadensregulierung. 

Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung für Vermieter

Da der Schutz durch die Privathaftpflicht nur bei selbstgenutzten Häusern greift, in denen maximal drei Räume vermietet sind, ist eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung ebenfalls für jeden Hausbesitzer und Vermieter ratsam. Wie in den meisten Bereichen des Lebens macht sich auch bei diesem Versicherungsthema der Unterschied zwischen Privatleben und gewerblicher Tätigkeit bemerkbar.

Die zahlreichen möglichen Schäden, die Dritten auf einem Grundstück oder in einem Gebäude zustoßen können, machen deutlich, welches die wichtigsten Versicherungen für Hausbesitzer sind. Grundsätzlich steht an erste Stelle bei der Planung des Umfangs des Versicherungsschutzes ein möglicher Schaden. 

In einem zweiten Schritt gilt es die zu diesem möglichen Schaden passende Absicherung zu finden. Schließlich ist aufgrund des Risikoprinzips aller Versicherungen für Hauseigentümer das Kosten-Nutzen-Verhältnis so gut, dass sich der Abschluss aller notwendigen Versicherungen für jeden Hausbesitzer lohnt.

Wann macht eine Gewässerhaftpflichtversicherung Sinn?

Wenn Sie in Ihrem Haus eine ältere Ölheizung haben, dann kann eine Gewässerhaftpflichtversicherung sinnvoll sein. Die normale Haftpflichtversicherung kommt nicht für Schäden auf, die durch ausgelaufenes Öl in Seen, Flüssen und Naturschutzgebieten entstehen. Kontaminiertes Erdreich abzutragen und Gewässer zu reinigen, kann extrem teuer werden.

Kosten für die wichtigsten Versicherungen für Hausbesitzer

Die Liste der sinnvollen Versicherungen für Hauseigentümer ist lang. Deshalb kann die Frage nach den Kosten für den Abschluss der Versicherungen entscheidend sein. Viele Versicherungsunternehmen bieten Rabatte an, wenn ihre Versicherungsnehmer mehr als einen Vertrag abschließen. Um den Wert des Hauses zu erhalten und den gewohnten Lebensstandard weiterhin genießen zu können, sind die bisher genannten Versicherungsverträge notwendig. 

Reicht ein Basisschutz für Hausbesitzer aus?

Auf jeden Fall schützen Sie sich als Hausbesitzer bereits umfassend mit einer Wohngebäudeversicherung für Ihr Haus sowie mit einer Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung und einer Privathaftpflichtversicherung, die Sie von möglichen Ansprüchen Dritter freistellen. Bei sehr engem Budget kann der Verzicht auf eine Hausratversicherung eine Option sein. Zudem benötigen Sie nicht in jeder Region eine Elementarschadenversicherung. 

Auch die Gewässerhaftpflichtversicherung brauchen Sie mit einer Gasheizung im Haus nicht. Dennoch sollten Sie dauerhaft nicht auf einen umfassenden Versicherungsschutz verzichten. Nehmen Sie sich die Zeit und holen Sie immer wieder neue Angebote von Versicherungsunternehmen ein bis Sie eine Ihren Vorstellungen entsprechende günstige Absicherung aller Ihrer Werte erhalten. Außerdem sollte der Schutz vor Ansprüchen Dritter für Sie oberste Priorität haben.

Tipp: Minimieren Sie Gefahrenquellen in Ihrem Haus und auf Ihrem Grundstück

Kommen Sie im Winter Ihren Pflichten zur Schneeräumung nach und lassen Sie zeitnah morsche Bäume in Ihrem Garten fällen. Sie verhindern mit umsichtigem Verhalten mögliche Schäden, die Dritten entstehen können.

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